Berlin : Schusswaffenfrei

Werner van Bebber

Von Pfarrer Rainer Eppelmann, dem Bürgerrechtler, heißt es, er habe eine Waffe getragen, als er noch DDR-Verteidigungsminister war. Ganz falsch dürfte das 1989/90 nicht gewesen sein, auch wenn wahrscheinlich mancher West-Berliner Politiker deshalb Angst vor dem dunkelbärtigen Ostler gehabt haben wird. Dabei war Eppelmann im Grunde Pazifist. Das hat er bewiesen, indem er im Frühjahr 1990 eine Kalaschnikow-Maschinenpistole an der Kreuzung Bernauer Straße Ecke Brunnenstraße gleichsam beisetzte. Selbstverständlich war die Waffe zuvor unbrauchbar gemacht worden. Trotzdem muss sie irgendwer an sich genommen haben. Der SPD-Abgeordnete Bernd Schimmler hat nun gefragt, ob beim Senat jemand wisse, wo die Waffe sei. In der Antwort aus dem Hause Junge-Reyer heißt es, das Ding sei schon in dem Monat verschwunden, der auf Eppelmanns „pazifistische Performance“ folgte. Wir haben verstanden: Von Berlin darf nie wieder ein Krieg ausgehen. Nicht mal mit einer kaputten Kalaschnikow.

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