Berlin : Schuster in Neukölln erstochen

Motiv völlig unklar. Nachbarn sind schockiert

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Ein 68-jähriger Schuhmacher ist gestern in seiner Ladenwohnung in der Emser Straße 34 in Neukölln tot aufgefunden worden. Nach Informationen des Tagesspiegels wurde er erstochen. Die Polizei bestätigte nur, dass der 68-jährige Franz Q. einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel. Die Mordkommission ermittelt.

Gestern Nachmittag gegen 16 Uhr hatte ein Bekannter des Opfers den kleinen Schuhmacherladen, den Franz Q. im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses seit 37 Jahren betrieb, aufgesucht. Der Laden war offen, die Tür zur angrenzenden Wohnung jedoch verschlossen. Das kam dem Bekannten merkwürdig vor, er informierte die Feuerwehr. Diese verschaffte sich Zugang zu der Wohnung und fand dort den Toten.

Die Nachbarn in der von der Hermannstraße abzweigenden Emser Straße sind schockiert. „Herr Q. war ein freundlicher und hilfsbereiter Mann“, sagt der Besitzer des türkischen Cafes „Emmi“: „Er hat seinen Schuhmacherladen weiter betrieben, um die Rente aufzubessern, hatte ein paar ältere Stammkunden, aber sicher keine großen Einnahmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei ihm viel Geld oder etwas anderes zu holen war.“

Der Café-Besitzer betreibt auch einen kleinen Imbiss, an dem sich Franz Q. oft zu Mittag einen Döner kaufte. Auch im Lebensmittelmarkt nebenan kannte man den freundlichen alten Herrn. „Er hat sich bei uns am Montagmittag zwei kleine Flaschen Weinbrand geholt“, sagt ein Verkäufer. Auch in anderen Läden wurde Franz Q. am Montag zum letzten Mal gesehen. Seine Schusterwerkstatt betrieb er allein, Angestellte hatte er keine, von einer Ehefrau ist nichts bekannt. „Manchmal hat er von seinen Kindern erzählt“, sagt ein Anwohner: „Oft war er auch während der Öffnungszeiten der Werkstatt in seiner Wohnung. Die Kunden wussten das und klopften dann an der abgeschlossenen Ladentür. Möglicherweise hat Herr Q. ja so seinen Mörder herein gelassen.“

Die Kripobeamten befragten gestern Abend die Anwohner und sicherten Spuren. Bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe hatten sie noch keinerlei Hinweise auf den oder die Täter oder auf ein mögliches Motiv. das/tabu

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