Berlin : Schutt- statt Schuldenberg

Griechenland baut sich eine neue Botschaft in Tiergarten. Eröffnung: 2012

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Griechenland baut ab. Zwischen Hiroshimastraße 11–15 und Hildebrandstraße 4 entsteht das neue Haus. Seit 1999, als die Botschaft von Bonn nach Berlin umgezogen ist, sitzt die Botschaft in der Jägerstraße am Gendarmenmarkt. Fotos: Kai-Uwe Heinrich
Griechenland baut ab. Zwischen Hiroshimastraße 11–15 und Hildebrandstraße 4 entsteht das neue Haus. Seit 1999, als die Botschaft...

Griechenland ist derzeit ein großer Schutthaufen – zwischen Estland, Japan und den Arabischen Emiraten. In der Mitte, ganz oben, steht ein Bagger, der nach und nach die Reste abträgt. Im Gegensatz zum griechischen Schuldenberg wird dieser Schutthaufen aber schon bald verschwunden sein. Spätestens in zwei Jahren soll das neue Botschaftsgebäude in Tiergarten fertig sein. Zwischen Hiroshimastraße 11–15 und Hildebrandstraße 4 entsteht eine neue Konstruktion, die die neoklassizistische Fassade wieder aufbaut und einen modernen Neubau anschließt.

Sechs Bauarbeiter sind am Donnerstag vor Ort; neben dem Bagger auf dem Hügel warten drei weitere Fahrzeuge auf Einsatz. 15,5 Millionen Euro hat der griechische Staat für den ambitionierten Bau veranschlagt, aus Haushaltsmitteln. Probleme? „Gibt es nicht“, sagt Botschaftsrat Pantelis M. Pantelouris. „Wahrscheinlich wird der Bau schon einige Monate früher fertig sein als geplant.“

Während in Griechenland viele Menschen um ihre Renten fürchten und der Staat kurz vor dem Kollaps steht, wird in Tiergarten in den kommenden Monaten ein moderner Bau mit Photovoltaik- und Sonnenkollektoranlagen entstehen. „Das Geld war zweckgebunden eingeplant und ist da“, sagt Pantelouris. „Sonst hätte die Baufirma nicht mit der Arbeit begonnen.“

Vor eineinhalb Monaten, als die finanzielle Situation Griechenlands bereits bekannt war, begann die Firma Ergo Telis mit dem Abriss des 1911/12 errichteten Gebäudes. „Wirtschaftlich ist das sinnvoll“, sagt Pantelouris. Denn 1999, als die Botschaft von Bonn nach Berlin umzog, mietete sie sich unter anderem in der Jägerstraße am Gendarmenmarkt ein. An fünf weiteren Standorten seien die verschiedenen Abteilungen der Botschaft in der Stadt verteilt, was im Monat mehr als 60 000 Euro koste. „Es rentiert sich, wenn wir endlich alle in einem Gebäude sind, das uns auch gehört.“ Anke Myrrhe

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