Berlin : Schwaben in Berlin: Die Inder sind da (Glosse)

Gerd Appenzeller

Baden-Württemberg hat eine neue Landesvertretung. Das wurde gestern entsprechend gefeiert. Es gab badische und schwäbische Gerichte und badische und württembergische Weine. Nur die Obstbrände kamen alle aus dem Schwarzwald, weil sie da die besten Kirsch- und Zibatenwasser brennen. Wer das Land nicht kennt, wundert sich zwar, dass die beiden Volksgruppen sich nach wie vor nicht vereinen wollen und oft getrennte Wege gehen. Aber wer näher hinschaut, merkt, dass die Vielfalt nicht nur kulinarisch ist. Der Südweststaat bezieht einen Teil seiner Kraft aus den gegensätzlichen und sich ergänzenden Talenten und Gaben des schwäbischen und des alemannischen Bevölkerungsteils. Schaffensfreudig sind beide. So glaubte man gestern auch, die Baden-Württemberger seien wieder mal der Zeit voraus. Denn: Vor dem Eingang der Landesvertretung reihten sich zahlreiche Inder in die Reihe der Gäste ein. Hatte etwa das christlich-liberal regierte Baden-Württemberg des sozialdemokratischen Bundeskanzlers Ruf nach 20 000 indischen IT-Fachleuten als erstes Land aufgegriffen? Zeigt Erwin Teufel dem Gerhard Schröder, was schnelle Innovation ist?

Nein, nein, so nun auch nicht. Es waren wirklich einfach Gäste und nicht Inder statt Kinder. Direkt nebenan nämlich, in der Tiergartenstraße, geht die Indische Botschaft ihrer Vollendung entgegen. Und so waren die Diplomaten aus Neu Delhi bei denen aus Stuttgart natürlich eingeladen.

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