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Schwaben in Berlin : Sieben Spießgesellen auf dem Mittelstreifen

06.01.2013 00:00 Uhrvon
Sieben auf einen Streich. Die Schwaben-Skulptur vom Fehrbelliner Platz mit ihrem Schöpfer Hans-Georg Damm.Bild vergrößern
Sieben auf einen Streich. Die Schwaben-Skulptur vom Fehrbelliner Platz mit ihrem Schöpfer Hans-Georg Damm. - Foto Günter Peters

Über Zuwanderer aus Schwaben wird derzeit in Berlin kontrovers diskutiert. Das hat Tradition: Auch um die 1978 auf dem Fehrbelliner Platz in Wilmersdorf aufgestellte Skulptur "Die Sieben Schwaben" gab es anfangs Aufregung. Und diese Schwaben waren sogar bewaffnet.

Fehrbelliner Platz,Wilmersdorf,Skulptur,Die Sieben Schwaben,Hans-Georg DammTja, wenn es nur um sieben Schwaben in Berlin ginge... Dann wäre die Aufregung dieser Woche um die Zuwanderer aus dem Süden wohl hinfällig gewesen. Obwohl auch schon sieben Schwaben viel Unruhe auslösen können, zumal wenn sie mit einem Spieß bewaffnet sind und nicht nur mit ihrem besonderen Zungenschlag.

Ganz recht; die „Sieben Schwaben“, nicht sehr helle, zudem äußert schreckhafte Gesellen, bekannt aus Grimms Kinder- und Hausmärchen – und in Berlin auch optisch vertraut durch die Skulptur auf dem Mittelstreifen des östlichen Fehrbelliner Platzes in Wilmersdorf.

Ein knapp überlebensgroßes Werk aus Edelstahlblech, fünf Meter lang und mehr als zwei Meter hoch, eines der inoffiziellen Wahrzeichen des alten West-Berlin. Geschaffen hatte es 1978 der Bildhauer Hans-Georg Damm, der mit seinem Schwabenstreich zunächst Anstoß bei der Polizei erregte. Schließlich waren die Schwaben bewaffnet und zudem ebenerdig aufgestellt, bedrohten so mit ihrem Spieß besonders Motorradfahrer. Doch als ihnen eigens ein Sockel gemauert wurde, waren auch die Ordnungshüter zufrieden. Nicht allerdings der Künstler: Für einen Ankauf fehlte dem Bezirk das Geld, drei Jahre ging es daher hin und her, bis Mercedes-Benz in Stuttgart Interesse bekundete und die „Sieben Schwaben“ fast in ihre Heimat verschwunden wären. Der in der Versicherungsbranche tätige Berliner Schwabe Wolfgang Bühler, später Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde der Berliner Philharmonie, suchte daraufhin Spender, erzählte das auch dem ebenfalls aus Schwaben stammenden Franz Karl Maier, damals Verleger und Herausgeber des Tagesspiegels. Dem war die Rettung der Sieben Schwaben für Berlin Ehrensache, und dank einer persönlichen Spende von 50 000 DM konnten sie 1991 durchs Bezirksamt endlich angekauft werden.

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