Berlin : Schwangerenberatung: Auf Wunsch auch Hausbesuch

Sigrid Kneist

Die evangelische Kirche möchte ihr Angebot für Schwangerenberatung in Berlin und Brandenburg ausbauen. Bisher sei das Netz an Beratungsstellen noch nicht flächendeckend. Vor allem manche Gegenden Brandenburgs, beispielsweise die Kreise Prignitz oder Märkisch-Oderland, könnten nicht abgedeckt werden. Wie Landesbischof Wolfgang Huber gestern sagte, soll innerhalb der nächsten zwei Jahre das kirchliche Angebot so weit ausgebaut werden, dass jede Rat suchende, schwangere Frau eine Beratung erreichen könne. Es sei auch daran gedacht, Hausbesuche von Beraterinnen zu ermöglichen, wenn dies gewünscht werde. Zudem soll die Zusammenarbeit zwischen den Beratungsstellen und den Kirchengemeinden verbessert werden, damit den Frauen nachhaltiger geholfen werden könne.

In Berlin gibt es sieben Einrichtungen der evangelischen Kirche, die den für einen Schwangerschaftsabbruch gesetzlich vorgeschriebenen Beratungsschein ausstellen; neun derartige Institutionen sind in Brandenburg angesiedelt. Weitere 14 Einrichtungen bieten eine allgemeine Beratung ohne Schein an. In Berlin wurden 1999 rund 400 Beratungsgespräche geführt. In Berlin gibt es insgesamt 39 Einrichtungen in städtischer oder freier Trägerschaft, die Konfliktberatungen machen können. Darüber hinaus sind 200 Ärzte zugelassen. Inzwischen findet jede vierte Beratung in einer Arztpraxis statt.

In der evangelischen Kirche habe sich die Frage nach einem Ausstieg aus der anerkannten Konfliktberatung wie bei den Katholiken nicht gestellt, sagte der Pressesprecher des Diakonischen Werkes, Erich Kotnik. Auch die Lebenssituation der Frauen müsse berücksichtigt werden, sagte Bischof Huber. Ein "Ja" zum Leben schließe die Sorge um das Kind und das Wohl der Mütter ein.

Die katholische Kirche stellt seit Jahresbeginn keine Beratungsscheine mehr aus. Künftig will der von Katholiken gegründete Verein "Donum Vitae" auch wieder eine katholische Konfliktberatung mit Schein anbieten. Noch in diesem Jahr will der Verein eine Beratungsstelle in Berlin und zwei Einrichtungen in Brandenburg eröffnen.

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