Schweinegrippe : Ruhe in den Arztpraxen

Nur wenige Berliner lassen sich wegen Virus-Verdachts untersuchen.

Berlin - Die Schweinegrippe ist noch nicht in Berlin angekommen. Entsprechend entspannt geben sich Berlins Ärzte: Zwar müssten Verdachtsfälle den Gesundheitsämtern gemeldet und dann Proben untersucht werden. Die Hygienemaßnahmen seien dieselben wie bei einer normalen Grippe, sagte Thomas Schneider, Infektologe am Benjamin-Franklin-Klinikum. Patienten werden isoliert behandelt, Mitarbeiter tragen Mundschutz.

Auf den ersten Blick sei die Schweinegrippe nicht von normaler Grippe zu unterscheiden. Monatlich ein bis zwei Fälle normaler Grippe kämen auch zu dieser Jahreszeit im Klinikum vor. Seit Ausbruch der Schweinegrippe in Mexiko sei jedoch kein Fall aufgetreten. „Pro Tag erkundigen sich momentan ein oder zwei Patienten, ob bei ihnen ein Verdacht auf Schweinegrippe bestehen könnte“, so Schneider. Bei allen wurden andere virale Erkrankungen diagnostiziert.

Auch Hans-Peter Frick, Allgemeinmediziner aus Mariendorf, beruhigt verunsicherte Patienten. Sollte jemand mehrere Symptome wie Gliederschmerzen, hohes Fieber oder Husten haben, werde er genau untersucht und gegebenenfalls in eine Klinik eingewiesen. Bislang war das noch nicht nötig. „Im Moment ist der Verlauf der Grippe nicht besorgniserregend“, sagte auch Sascha Rudat, Sprecher der Berliner Ärztekammer. „Wir warnen Patienten allerdings davor, auf eigene Faust Medikamente zu nehmen.“ Die Medikamente hätten Nebenwirkungen und seien nicht zur Vorbeugung gedacht. pth

Info-Hotline des Robert-Koch-Instituts Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr unter 18 75 44 161; Info-Hotline der Senatsgesundheitsverwaltung von 10 bis 18 Uhr unter 90 28 28 28.

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