Schweinegrippe : Schule geschlossen, Stufe unter Quarantäne gestellt

In Lichtenberg ist am Montag eine Realschule wegen der Schweinegrippe geschlossen worden. In Kreuzberg steht eine ganze Klassenstufe unter Quarantäne. Experten sagen für den Herbst eine Grippewelle voraus.

Nana Heymann

Die Schüler einer zehnten Klasse der Philipp-Reis-Schule in Lichtenberg waren von einer Fahrt nach Spanien heimgekehrt. Nur wenige Tage später klagten etliche von ihnen über Fieber und Kopfschmerzen. Wie sich nun bestätigt hat, sind zwölf von ihnen nachweislich an Schweinegrippe erkrankt. Weil es an der Schule weitere 20 Verdachtsfälle gibt, hat die Schulleitung am Montag in Absprache mit der zuständigen Amtsärztin die Schließung der Realschule beschlossen. Bis kommenden Dienstag sollen die 440 Schüler daheim bleiben.

Wegen mehrerer Fälle von Schweinegrippe ist ebenfalls am Montag am Kreuzberger Leibniz-Gymnasium die komplette achte Klassenstufe unter Quarantäne gestellt worden. Bereits Mitte letzter Woche sind drei Verdachtsfälle bestätigt worden, wie Schulleiterin Christina Rösch auf Anfrage mitteilte. In den darauf folgenden Tagen klagten weitere Schüler über Fieber und Kopfschmerzen, sie wurden nach Hause geschickt. Bis Montagmorgen sei ein Drittel der gesamten Jahrgangsstufe krankgemeldet gewesen. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, hat man alle Achtklässler bis Ende der Woche freigestellt.

„Die Größenordnung hat uns überrascht“, sagte der Kreuzberger Amtsarzt Raimund Pitzing. In einer der insgesamt vier achten Klassen sind zwölf Schüler erkrankt, in den anderen zwischen acht und zehn. Am Vormittag schickte der Bezirk eine Hygienereferentin an das Gymnasium. Sie sollte die Lehrer über Vorsichtsmaßnahmen unterrichten.

Unter Quarantäne steht seit Freitag auch eine zehnte Klasse des Hans-Carossa-Gymnasiums in Spandau. Dort gibt es drei bestätigte Fälle. Hingegen hat für eine erste Klasse der Wilmersdorfer Cecilien-Grundschule seit Montag der Unterricht wieder begonnen. Hier waren vier Schüler erkrankt, zudem zwei weitere aus höheren Klassen, bei denen es sich um Geschwister der Infizierten handelte.

Trotz der aktuellen Fälle spricht die Gesundheitsverwaltung insgesamt von einem moderaten Infektionsverlauf. Bislang haben sich 516 Berliner mit dem H1N1-Virus infiziert. Die Krankheitsverläufe sind milde, nach etwa einer Woche ist sie ausgestanden. Die Verwaltung hatte einen Anstieg der Fallzahlen nach den Ferien prognostiziert.

Dass es zu Herbstbeginn zu einer zweiten Grippewelle kommen würde, hatten auch Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) vorausgesagt. Grund dafür ist die kühlere, trockenere Luft. Außerdem ist die UV-Strahlung niedriger. „Das begünstigt die Bedingungen für das Virus“, sagt RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. Außerdem sei das Immunsystem zu dieser Jahreszeit geschwächt und die Schleimhäute durch trockene Heizungsluft angegriffen.

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