Schweinegrippe : Serum für eine Million Berliner

Der Impfstoff gegen die Schweinegrippe ist bestellt - aber erst im Herbst einsatzbereit.

Udo Badelt

Eine Impfung gegen die Schweinegrippe wird voraussichtlich erst im Herbst möglich sein. Das sagte WHO-Chefin Margaret Chan am Mittwoch. Zwar sei es möglich, dass schon vorher ein Impfstoff zur Verfügung steht, dieser wäre aber noch nicht hundertprozentig verlässlich. Berlin wird, wenn es so weit ist, nach Auskunft der Senatsgesundheitsverwaltung zwei Millionen Dosen des Stoffs bestellen. Damit können 30 Prozent der Berliner Bevölkerung, also rund eine Million Menschen geimpft werden, da jede Impfung zwei Mal vorgenommen werden muss. Vor allem medizinisches Personal, Feuerwehr, Polizei und chronisch Kranke sollen geimpft werden. Bis es so weit ist, müssen laut Regina Kneiding von der Senatsverwaltung für Gesundheit aber noch wichtige Fragen zur Finanzierung und Verteilung des Impfstoffes und zur konkreten Durchführung der Impfung geklärt werden.

Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe vor einigen Jahren hat jedes Bundesland einen Pandemieplan erstellt, der detaillierte Hinweise enthält, wie sich die Bevölkerung, Unternehmen, Ärzte oder öffentliche Verwaltung im Notfall verhalten sollen. Der Berliner Pandemieplan ist unter der Internetadresse www.notfallvorsorge-berlin.de einsehbar.

Das Grippemittel Tamiflu ist in den Apotheken vorrätig, kann dort aber nicht einfach gekauft werden, da es verschreibungspflichtig ist. Einen Mangel gibt es derzeit nicht. Sollte es aber trotzdem ausgehen, lagern 750 000 Therapieeinheiten von Tamiflu in Tabletten- oder Pulverform an einem geheimen Ort. In den Apotheken wie in der Humboldt-Apotheke in Tiergarten können sich die Kunden inzwischen an eigens aufgestellten Spendern die Hände desinfizieren. Auch werden Sagrotan-Fläschchen angeboten, die rege nachgefragt sind. Udo Badelt

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