Schweizer Nationalfeiertag : Nichts zu meckern

Obama durfte nicht, doch hier hatte Frau Merkel nichts dagegen: Anlässlich des Schweizer Nationalfeiertages zogen Heidi, Geißenpeter und 300 Ziegen durchs Brandenburger Tor. Und sie hinterließen ihre Andenken.

Ziegen
Yes we can. Der Geißenpeter und das Heidi führten die Ziegenparade durchs Brandenburger Tor an. -Foto: ddp

300 Ziegen hinterlassen Spuren. Am Ende der „Geißenparade“, mit der gestern das Volksfest zum Schweizer Nationalfeiertag eröffnet wurde, brummten BSR-Fahrzeuge durch das Brandenburger Tor und saugten Hunderte kleiner Kügelchen vom Pflaster. Vom Tiergarten über den Pariser Platz bis zum Dorothea-Schlegel-Platz ging die Parade. Am Bahnhof Friedrichstraße lud in diesem Jahr der Kanton Graubünden zu einem Besuch ein und bot Spezialitäten wie Birnbrot und Gerstensuppe, den folkloristischen Rahmen dazu lieferten Heidi und der Ziegenpeter, das Alphornensemble „Engiadina“ und ein Alpenbart-Wettbewerb.

Wer übrigens meckert, dass das symbolträchtige Tor gerade noch dem US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama als Wahlkampf-Auftrittsort verwehrt wurde, während es gestern als Ziegentoilette diente, verkennt die „Graubündener Tradition“. Das sagt Stefan Liebrecht vom Grünflächenamt Mitte. Der Kanton sei eben ländlich geprägt, man habe den Schweizern da „keinen Strich durch die Rechnung machen“ wollen. Zumal die Zusammenarbeit immer perfekt geklappt habe. Das Brandenburger Tor sei ja nur eine kurze Wegstation gewesen. Tatsächlich muss die Parade als unschuldige Gaudi angesehen werden: Die Ziegen waren prächtig, besonders der preisgekrönte Bock Max, dessen Bart so manchem angereisten Almöhi Konkurrenz machte, die Alphörner spielten traurige Weisen, und die „Stelser Buaba“ griffen in die Tasten ihrer Schwyzerörgeli.

Abends lud der Schweizer Botschafter Christian Blickenstorfer anlässlich des 717. Geburtstages seines Landes noch zum Gartenfest in die Botschaft. Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf und Regierungsvizepräsident Hansjörg Trachsel hielten Ansprachen, es folgte ein buntes Unterhaltungsprogramm. Zum Abschluss war ein Feuerwerk über dem Regierungsviertel geplant. J.O., Bi

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