Berlin : Schweizer sind echt dufte

Züricher spendieren Berlin ein Fest für Nasen

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Der Geruch Zürichs verbirgt sich in vier blauen Fläschchen. Sauber aufgereiht standen sie vor Matthias Erzinger auf einem weißen Tisch in der Schweizer Botschaft. Der Wissenschaftler an der Eidgenössischen Technischen Hochschule hat vier Düfte komponiert – für das Fest zum Schweizer Nationalfeiertag am 1. August vor dem Schweizer Haus Unter den Linden. Gestern stellte der Schweizer Botschafter Christian Blickenstorfer die Planung für das Fest vor – und Erzinger mit seinen Düften.

Denn die Berliner sollen den diesjährigen Gastkanton Zürich am 1. August auf ungewöhnliche Weise entdecken: Vor allem mit der Nase. Von 12-18 Uhr werden Erzingers Düfte über der 200 Meter langen Flaniermeile zerstäubt – „Zürichs Duft in der Berliner Luft“ ist das Motto des Tages. 15 000 schnuppernde Besucher werden erwartet. Nach See und Wald werde es zum Beispiel riechen, versprach Erzinger. Aber auch nach Wissenschaft: „Das ist ein Geruch, der den Kopf frei macht.“ Vergnügen duftet sinnlich und gehört zu Zürich wie die Kultur. Und die riecht „wie die Stimmung eines Konzerts“. Jeder Duft wird nur auf einem Abschnitt des Festes versprüht, damit es kein Durcheinander gibt.

Zu jedem Geruch gibt es das passende Plakat. Um die anderen Sinne kümmern sich Schweizer Künstler: Die Jazz-Musikerin Irène Schweizer, die Musikkomikerinnen der Gruppe „Acapickels“, der Schauspieler Stefan Gubser treten auf. Und 140 junge Köche von einer Züricher Hotelfachschule sorgen für den Geschmackssinn. Eigens für die Veranstaltung wurde eine neue Spezialität kreiert: Die „Züri Schnure“ - Geschnetzeltes in einer Brottasche.

Am Abend wird Botschafter Blickenstorfer die Züricher Regierungspräsidentin Verena Diener und andere Gäste auf dem Dach der Botschaft empfangen – wieder mit den vier Zürich-Düften. „Natürlich gibt es ihn nicht wirklich, den typischen Züricher Duft – genauso wenig, wie die Berliner Luft“, sagte Erzinger. Das sah der Botschafter – übrigens auch Züricher – anders: „Wenn ich Zürigeschnetzeltes rieche, fühle ich mich zu Hause“. Und dann biss er genussvoll in eine „Züri Schnurre“. dma

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