Berlin : Schweres Los Teufelskreis

Jonas Botta, Schüler aus Zehlendorf „Wenn selbst Schüler Stundenausfälle nicht mehr gut finden, ist es wirklich ein gravierendes Problem.“ Fotos: Sidney Gennies
Jonas Botta, Schüler aus Zehlendorf „Wenn selbst Schüler Stundenausfälle nicht mehr gut finden, ist es wirklich ein gravierendes...

Ist das Losverfahren für Berliner Oberschulen wirklich gerecht?



„So wie es jetzt gehandhabt wird, ist es großer Mist“, sagt Andreas Renz. Drei Wunschschulen hat der 48-Jährige aus Lichtenrade für seinen Sohn Fabio-Alexandro angegeben. „Es kamen nur Absagen.“ Das Losverfahren wies seinem Sohn dann erst eine Schule in Kreuzberg und nach einigem Protest eine in Hellersdorf zu. „Das wären fast zwei Stunden Schulweg pro Tag“, sagt Renz. „Es kann doch nicht sein, dass der Senat einfach per Los über unsere Kinder bestimmt!“ Der „Irrsinn“ führe sogar so weit, dass statt Fabio nun Kinder aus Neukölln an einer der Lichtenrader Schulen angenommen wurden. „Manchmal habe ich das Gefühl, die haben im Senat keine Ahnung, was sie da eigentlich beschlossen haben.“ sny

Warum fällt an Berlins Schulen so viel Unterricht aus?

„Klar freuen sich Schüler erst einmal, wenn sie mehr Freizeit haben“, sagt Jonas Botta. Der 17-Jährige Landesschülersprecher sieht aber auch die Schattenseiten. „Die zentralen Abschlussprüfungen nehmen keine Rücksicht darauf, ob viel Unterricht ausgefallen ist oder nicht.“ Gerade in Mathematik und den Sprachen seien oft keine Vertretungslehrer zu finden. Botta selbst hatte in diesem Schuljahr die ersten drei Monate keinen Englischunterricht. „Es gibt einfach zu wenig Lehrer.“ Dadurch würden die verbleibenden Lehrkräfte noch mehr belastet. „Der Stress macht die Lehrer krank, dann fallen noch mehr aus.“ Ein Teufelskreis. Dabei sei das Problem nicht neu. „Schon seit 2006 hat sich in dieser Beziehung nichts verbessert.“ sny

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