• Schwierige Wahl zwischen 32 Parteien: 2,47 Millionen Berliner waren zur Stimmabgabe aufgerufen

Berlin : Schwierige Wahl zwischen 32 Parteien: 2,47 Millionen Berliner waren zur Stimmabgabe aufgerufen

2,47 Millionen Berliner waren am Sonntag aufgerufen, das neue Abgeordnetenhaus und die 23 Bezirksverordnetenversammlungen zu wählen. Über die Zusammensetzung der BVV hätten 60 000 Berliner Bürger anderer EU-Staaten teilnehmen können. Zur Wahl standen 32 Parteien oder Wählergemeinschaften sowie 26 Einzelbewerber, so viele wie noch nie bei Berliner Wahlen.

Das Abgeordnetenhaus und die BVV wurden diesmal für fünf Jahre gewählt. Bisher dauerte eine Legislaturperiode vier Jahre. Gegenüber dem Bürgervotum 1995 wurde die Zahl der Wahlkreise von 90 auf 78 reduziert. 2799 Wahllokale waren geöffnet, 22 000 Mitglieder von Wahlvorständen waren ehrenamtlich tätig. Erstmals gab es in den Wahllokalen keine Briefumschläge für die Stimmzettel.

Aus der Wahl 1995 war die CDU mit 37,4 Prozent der Zweitstimmen als stärkste Partei hervorgegangen. Die SPD erzielte mit 23,6 Prozent ihr bislang schlechtestes Nachkriegsergebnis. Die PDS kam als drittstärkste Partei auf 14,6 Prozent. Die Grünen erhielten 13,2 Prozent. Alle anderen Parteien scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde.

Beide Spitzenkandidaten der großen Parteien, Eberhard Diepgen und Walter Momper, vermieden es, im Wahlkampf aufeinander loszugehen. Zu einem direkten Treffen kam es nicht. Diepgen hatte es abgelehnt, an einer Fernsehdiskussion mit Momper teilzunehmen. In der Stadt ist bekannt, dass Diepgen und Momper keinen Draht zueinander haben. Von Diepgen heißt es, er habe es nie verwunden, dass Momper ihn kurz vor dem Mauerfall aus dem Amt des Regierenden Bürgermeisters gedrängt hatte. Momper wiederum habe den Machtverlust an seinen Vorgänger Diepgen nicht verwunden.

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