Berlin : Schwimmen bis 21 Uhr

Bis Ende August wollen die Bäderbetriebe sechs Sommerbäder länger öffnen

Sabine Beikler

Die Öffnungszeiten einiger Berliner Sommerbäder werden voraussichtlich bis 21 Uhr verlängert. Das sagte Klaus Lipinsky, Chef der Berliner Bäderbetriebe, am Montag nach einem Treffen mit den Bäderleitern. Im Einzelnen sind das folgende Anlagen: das Kreuzberger Prinzenbad, das Sommerbad Neukölln am Columbiadamm, die vier Kombibäder in Mariendorf, Gropiusstadt, Seestraße und Spandau Süd. Bis Montagabend wollen die Bäderbetriebe noch die konkrete Umsetzung prüfen, „doch ich bin optimistisch“, sagte Lipinsky. Bisher schließen die 17 Bäder, die die Bäderbetriebe verwalten, um 19 Uhr oder 20 Uhr.

Lipinsky hatte am Wochenende im Tagesspiegel angekündigt, angesichts der hohen Temperaturen eine Verlängerung der Öffnungszeiten bis Ende August zu prüfen. Politiker aller Fraktionen hatten gefordert, die landeseigenen Bäderbetriebe sollten flexibler auf das schöne Wetter während der Urlaubszeit reagieren und das Schwimmen bis zum Sonnenuntergang erlauben.

Öffnen die Bäder bis 21 Uhr, könnten die Mitarbeiter am Abend aber weder die Liegeflächen mehr reinigen noch die technische Wasseraufbereitung in den Becken beaufsichtigen. „Das geht in der Dunkelheit nicht, sondern erst am nächsten Morgen.“ Durch den Mehrschichtbetrieb gebe es dafür aber kein zusätzliches Personal. Deshalb müsse man damit Fremdfirmen beauftragen. „Und das kostet zusätzlich Geld“, sagt Lipinsky. Wie hoch diese Kosten sind, wollten die Bäderbetriebe bis Dienstag berechnen.

Noch vor drei Jahren während des Supersommers konnten die Bäderbetriebe 80 Saisonkräfte einstellen. Dafür waren im Etat 1,6 Millionen Euro eingestellt. „Dafür haben wir jetzt kein Geld mehr übrig, da die Zuschüsse jährlich gekürzt worden sind“, sagt Lipinsky. Vor sechs Jahren zahlte der Senat 51 Millionen Euro jährlich Zuschuss für die Bäderbetriebe, 2005 waren es noch rund 38 Millionen Euro. Von mehr als 1000 Stellen wurden in den vergangenen Jahren über 200 abgebaut.

Zusätzliche Einnahmen erwartet sich Lipinsky durch längere Badezeiten der Sommerbäder nicht. Im Gegensatz zur FDP-Politikerin Mieke Senftleben glaubt er auch nicht, dass dadurch mehr Leute die Sommerbäder besuchen. „Nur diejenigen, die schon früher ins Sommerbad gekommen sind, werden noch länger bleiben“, sagt der Bäderchef.

Das Wetter verschaffte den Bäderbetrieben ein gutes Geschäft: Im Juli haben die Bäderbetriebe bisher 2,27 Millionen Euro eingenommen: Geplant waren 1,87 Millionen Euro. Mit diesem Überschuss von 400 000 Euro wollten die Bäderbetriebe eigentlich das Minus in den Vormonaten ausgleichen. Im Mai nahmen die Betriebe nur 867 000 Euro ein statt geplanter 1,55 Millionen Euro.

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