Schwimmen in Berlin : Bäderbetriebe investieren 137 Millionen

Der Berliner Bäderchef hat ein umfangreiches Sanierungskonzept vorgelegt. Der Personalmangel ist damit aber nicht vom Tisch.

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Die Schwimmhalle im olympischen Dorf vor der Außensanierung.
Die Schwimmhalle im olympischen Dorf vor der Außensanierung.Foto: Eberhard Thonfeld

Die Bäderbetriebe wollen in den nächsten zehn Jahren 137 Millionen Euro in die Sanierung ihrer Schwimmhallen investieren. Das geht aus einer aktuellen Präsentation des landeseigenen Betriebs hervor. 15 Millionen Euro sollen in die Sanierung der Sport- und Lehrschwimmhalle am Sachsendamm fließen, 13 Millionen Euro in die energetische Sanierung des Kombibads Seestraße und jeweils zwölf Millionen Euro in die Schwimmhallen Holzmarktstraße und Götzstraße sowie das Spreewaldbad.

Die Personalsituation ist weiterhin angespannt. Bäderchef Andreas Scholz-Fleischmann legte dem Sportausschuss am Freitag ein Konzept vor, das zu einer „steigenden Bereitschaft zum flexiblen Einsatz“ führen soll. Die Bäder-Manager sollen nicht mehr einem konkreten Schwimmbad, sondern einem regionalen Bäder-Verbund zugeordnet werden. Der Personalrat hat dem Konzept aber noch nicht zugestimmt. Die Gewerkschaft Verdi möchte wieder einen Sommertarifvertrag für die Bademeister einführen, mit Zulagen für Überstunden und Bereitschaftsdienste.

Rettungsschwimmer dringend gesucht

Die knappe Personaldecke führte im Frühjahr dazu, dass einige Sommerbäder kurzfristig wieder geschlossen wurden. Im März fielen 729 Stunden geplante Öffnungszeiten der Bäder aus, davon 317 aus personellen und 412 aus technischen Gründen. Im März 2016 waren es sogar 870 Fehlstunden, davon 739 wegen Personalmangels. Die Bäderbetriebe suchen derzeit mit einer Kampagne nach dringend benötigten Rettungsschwimmern.

Die Abgeordneten im Sportausschuss sind zunehmend frustriert über die Situation in den Bädern. „Aus meiner Sicht muss man die Bäderbetriebe auf den Kopf stellen. Da müssen alle Denkmodelle erlaubt sein. Kleinere Korrekturen helfen nicht, das machen wir schon seit Jahren“, sagt der SPD-Politiker Robert Schaddach.

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