Schwulenfeindlichkeit : "Rassismus" ist ein Kampfbegriff

Politisch korrekt: Es geht um die Frage, ob Schwule Kritik an der offensichtlichen Schwulenfeindlichkeit vieler Jugendlicher aus dem Nahen Osten äußern dürfen oder ob dies "rassistisch" sei. Eine Glosse.

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Es gibt in der Welt nur wenig Bunteres als den Christopher Street Day – dort hat alles Platz, was nicht ausgesprochen hetero ist. Dachte man zumindest, bis nun der „transgeniale“ CSD auf den Plan trat und der eingebürgerten, ja traditionellen Veranstaltung eine politisch korrekte Variante entgegensetzte. Im Kern geht es um die Frage, ob Schwule Kritik an der offensichtlichen Schwulenfeindlichkeit vieler Jugendlicher aus dem Nahen Osten äußern dürfen oder ob dies „rassistisch“ sei.

Der Konflikt brach offen aus, als die US-Philosophin Judith Butler kürzlich den CSD brüskierte und den ihr dort angetragenen Preis ablehnte, mit Verweis auf diesen angeblichen Rassismus. Insofern trifft der Eindruck nicht ganz zu, dass die Spaltung der Veranstaltung alle Züge eines typisch deutschen Kampfs um Kaisers Bart trage. Doch es ist offenbar so, dass die Diktatur der politischen Korrektheit noch die schrägste Szene in der Mitte durchteilt. „Rassismus“ – das ist in dieser Situation ein Kampfbegriff. Wer ihn benutzt, wird unangreifbar. Dabei wäre es dringend notwendig, das Problem der offenen Schwulenfeindlichkeit offensiv anzugehen.

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