Berlin : Science Fiction

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VON TAG ZU TAG

David Ensikat trauert schon mal

um ein dickes Stück Zukunft

Das Messegelände – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2003. Dies sind die Abenteuer des Internationalen Congress Centrums, ICC, das mit seiner 26 Mann starken Besatzung seit 24 Jahre auf der Stelle steht, um NeuBerliner zu erstaunen, neue Berlin-Besucher zu entsetzen und neue Kongressteilnehmer das Fürchten zu lehren. Viele Lichtjahre von allem entfernt, was gemeinhin als gute Architektur gilt, scheint es aus einer Welt zu stammen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat…

Das Ding soll weg? Michael Müller, der SPD-Fraktionschef hat das vorgeschlagen – Asbestsanierung, Heizkosten, Rentabilität, wenn der Ostpalast weg kann, dann doch auch der verseuchte Koloss im Westen…

Was für eine Kleinkrämerei. Mensch, das Ding ist Science Fiction, Star Trek, siebziger Jahre. Das ist was für Fans (auch die von Whittaker und Carpendale, die im ICC gern ihre Lieder vortragen). Und, ja, für manche ist das auch ein Mahnmal, eines, das zeigt, wie hässlich großes Denken und Autofreundlichkeit sein können – ein praktisches Mahnmal übrigens, eines, das in der Stadt nicht weiter stört, und das man zu Mahnzwecken trotzdem prima mit U- und S-Bahn erreichen kann.

Passt auf: Wenn die Bulldozer anrücken, werden die Triebwerke gestartet, das ICC saust zur nächsten Galaxie und setzt sich, rumms, dort fest. Mal gucken, ob die Aliens sich drüber freuen können.

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