Berlin : Screening, Ärzte, Kurse

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Mammografiescreening: der aktuelle Stand

An diesem Montag wird das so genannte Referenzzentrum für das Berliner Mammografiescreening-Programm im Tiergarten Tower eröffnet. Es ist eines von fünf in Deutschland. Das Referenzzentrum ist für die Fortbildung von Ärzten und radiologischen Fachkräften verantwortlich, kontrolliert die Qualität der Untersuchungen und wertet auch die Daten aus. In Berlin werden vier Praxen die Untersuchungen übernehmen. Schon im Sommer 2002 hatte der Bundestag die bundesweite Einführung des Mammografie-Screenings zur Früherkennung von Brustkrebs beschlossen. Das Berliner Abgeordnetenhaus wird die Bestimmungen voraussichtlich aber nun im April beschließen.

Was kommt jetzt auf die Berlinerinnen zu?

Das Programm soll im Juni starten. Die zentrale Stelle Mammografie-Screening erhält vom Einwohnermeldeamt die Daten aller 430 000 Berlinerinnen zwischen 50 und 69 Jahren. Diese werden nun zum ersten Mal und dann alle zwei Jahre zur freiwilligen Untersuchung eingeladen. Wer mehr erfahren will: täglich von 8 bis 16 Uhr unter Telefon 0800/500 23 45 .

Was soll das Screening bringen?

Die Sterblichkeitsrate soll um bis zu 30 Prozent gesenkt werden. Denn: Brustkrebs ist heilbar, wenn der Tumor kleiner als einen Zentimeter ist. Die meisten Frauen ertasten Knoten zwar selbst, doch dann sind sie meist deutlich größer: Erst ab einem Durchmesser von zwei Zentimetern fühlt man Veränderungen im Gewebe. Dann aber sind bei 44 Prozent der Frauen schon die Lymphdrüsen befallen. Kleinere Knoten, die beim Abtasten der Brust nicht erkennbar sind, können aber im Röntgenbild sichtbar werden. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt etwa bei 63 Jahren. Deshalb erwartet man sich den größten Nutzen des Screenings in der Altersgruppe zwischen 50 und 69 Jahren.

Brustkurse und andere Serviceadressen

Jeder Gynäkologe sollte seinen Patientinnen Anleitungen zur regelmäßigen Selbstuntersuchung geben. Viele raten zu einem Kurs. Manche Kassen bieten ab und zu selber einen an, einige, wie die AOK, übernehmen die Kosten für Kurse, wie ihn das Feministische Frauen Gesundheitszentrum e. V. in Berlin anbietet. Adresse: FFGZ e. V., Bamberger Straße 51, Telefon 213 95 97, im Internet unter www.ffgz.de

Seit einigen Jahren gibt es Zentren für Brustkrebspatientinnen, wo alle Experten an einem Ort zusammenarbeiten. In Berlin gibt es allein acht, die auch Zertifizierungen vorweisen können. Eine Liste der Brustzentren gibt es unter www.krebsgesellschaft.de. Zum Beispiel: das interdisziplinäre Brustzentrum der Charité in Mitte, Hotline: 450 56 42 72. Oder das Brustzentrum am Evangelischen Waldkrankenhaus in Spandau, Kontakt 37 02 16 16.

Außerdem: Die Berliner Krebsgesellschaft e. V. berät kostenlos und verschickt Informationsmaterial, auch über die Selbstuntersuchung. Telefonische Beratung von 8 und 17 Uhr unter 283 24 00.

Und Literatur: Christian Weymayr und Klaus Koch: „Mythos Krebsvorsorge“, Eichborn 2003, kostet 22,90 Euro. sib

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