Berlin : Sechs Wochen Wartezeit

Viele Bezirke können die Anträge auf eine Kita-Card nicht pünktlich bearbeiten

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Erst im Januar 2006 wurde die Kita-Card eingeführt, um mehr Konkurrenz zwischen den Kindertagesstätten und damit mehr Qualität in der Betreuung zu schaffen. Jetzt stapeln sich die Anträge auf die Ausstellung der Karte in vielen Jugendämtern. Eigentlich war mit der Senatsverwaltung vereinbart worden, die Anträge in einem Zeitraum von zwei bis vier Wochen zu bearbeiten. Derzeit dauert es sechs Wochen. Um die Aktenflut abarbeiten zu können, müssen sogar zwei Abteilungen des Jugendamts Neukölln zeitweilig geschlossen bleiben: Für die Kindertagesbetreuung in Kitas können bis zum 29. September keine neuen Anträge entgegengenommen werden, für den Hortbereich vom 2. bis 13. Oktober. Lediglich für besonders dringende Fälle wurde ein Notdienst eingerichtet.

Die meisten Probleme mit der Antragsbearbeitung sollen bei der Software-Umstellung entstanden sein. „Dabei gab es in einigen Bezirken zu wenig qualifiziertes Personal“, sagt Martin Hoyer, Kita-Referent des paritätischen Wohlfahrtsverbands Berlin. Außerdem sei die Umstellung zu kurzfristig und ohne Vorlaufzeit eingeführt worden. Auch in anderen Jugendämtern – etwa in Pankow, Treptow-Köpenick und Tempelhof-Schöneberg – kam es deshalb zu Schließungen der zuständigen Abteilungen oder zur Verkürzung der Sprechzeiten.

Bei der Ausstellung der Kita-Card wird zunächst der Bedarf auf Kinderbetreuung geprüft. Daraufhin wird den Eltern der „Kita-Gutschein“ ausgestellt, auf dem anders als zuvor die Anzahl der Betreuungsstunden sowie die eigene Kostenbeteiligung vermerkt sind. Dann können sie die Tagesstätte für ihr Kind in ganz Berlin frei wählen. Darin sehen Kritiker wenig Vorteile zum vorherigen Verfahren. „Für Eltern ist das Ganze höchstens etwas transparenter geworden“, sagt Hoyer.

In Neukölln hofft man jetzt, die Aufarbeitung der Aktenberge in den nächsten Wochen zu bewältigen. Anschließend rechnet man damit, die Bearbeitungszeit einhalten zu können, da dann auch alle Kinder in einer zentralen Datenbank erfasst seien. sast

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