Seefestspiele : Zauberflöte wird an Land aufgeführt

Die Seefestspiele finden nun an Land statt. Die ursprünglich geplante Bühne im Wasser war nicht genehmigungsfähig.

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Die gute Nachricht: Mozarts „Zauberflöte“ unter der Regie von Katharina Thalbach kann ab 11. August am Wannsee aufgeführt werden. Die schlechte: Die Bühne steht nicht wie ursprünglich geplant auf einem im Wannsee schwimmenden Ponton, sondern im Strandbad auf einer festen Bühne an Land.

Nach längerem Tauziehen haben sich die Deag, Veranstalter der ersten „Berliner Seefestspiele“, und die Senatskanzlei sowie die Senatsverwaltung für Umwelt am Mittwoch auf einen Kompromiss geeinigt. Der Traum von Bregenz in Berlin ist damit erst mal ausgeträumt. Immerhin soll der See immer noch die Hintergrundkulisse der Aufführung bilden. Der neue Standort liegt maximal 15 Meter vom Ufer entfernt und nicht mehr in Wasserschutzzone II, sondern in Zone III. Dort sind die Bestimmungen weniger streng. Federführende Genehmigungsbehörde ist nun nicht mehr die Senatsverwaltung, sondern das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf. „Den ersten Berliner Seefestspielen steht nichts mehr im Wege“, sagt Bürgermeister Norbert Kopp (CDU).

Knackpunkt war vor allem die große Tribüne, die in Zone II nicht genehmigungsfähig war. „Ohne Tribüne mit ansteigendem Parkett hätten 4000 Besucher im Sand gesessen und nichts gesehen. Das geht nicht“, sagt Veranstalter Peter Schwenkow von der Deag. Seine Mitarbeiter hätten gerade den neuen, 300-seitigen Antrag kopiert, damit er dem Bezirksamt rechtzeitig vorliegt. Laut Marie-Luise Dittmar, Sprecherin der Senatsverwaltung für Umwelt, müsse ihre Behörde aber immer noch eine Stellungnahme für das Bezirksamt abgeben, vor allem zu Fragen des Lärmschutzes. „Dies kann erst geschehen, wenn wir sämtliche Unterlagen erhalten haben“, so Dittmar.

Die 20 Tonnen schweren und 18 Meter hohen Kulissen von Bühnenbildner Momme Röhrbein werden also nicht mehr, wie ursprünglich vorgesehen, in Gatow zusammengebaut und dann über den Wannsee ins Strandbad gezogen, sondern direkt dort errichtet. „Ich sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt Schwenkow. Zwar würde die Bühne nicht mehr im Wasser schwimmen, aber da der Wannsee zur Zeit ohnehin wenig Wasser habe, hätte die Gefahr bestanden, dass die Bühne jeden Tag weiter vom Ufer hätte weggezogen werden müssen.

Auch in Potsdam, wo die Seefestspiele ursprünglich stattfinden sollten, gab es Schwierigkeiten mit Behörden und Anwohnern, die sich übergangen fühlten. Hat sich Schwenkow die ganze Sache leichter vorgestellt? „Es ist ein Lernprozess für alle, wie immer, wenn man etwas Neues macht“, sagt er. Und er ist sich sicher, dass auch die Senatsverwaltung viel Neues gelernt habe, vor allem über die Lage der Wasserschutzzonen im Strandbad. Nachdem nun endlich eine Lösung gefunden ist, erwartet Schwenkow, dass der Kartenverkauf noch einmal deutlich anzieht. 30.000 Tickets sind bereits verkauft worden.

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