Berlin : Sehr mobil

Andreas Conrad

Männer und Frauen passen einfach nicht zueinander, schon Loriot musste sich das eingestehen. Die Unvereinbarkeit der Geschlechter hat viele kluge Geister beschäftigt, unzählig sind auch die Versuche, das Kernproblem des modernen Menschen mittels Angleichung zu lösen. So lädt etwa die Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin demnächst zur Fachtagung „Gleiche Mobilitätschancen für alle! Gender Mainstreaming im Öffentlichen Personennahverkehr“ ein. Nun mag man sich fragen, worin die Chancen im ÖPNV wohl bestehen könnten und inwiefern sie zwischen Männlein und Weiblein so ungerecht verteilt sind. Aber der darin sich äußernde Zweifel belegt nur eine himmelschreiende Unkenntnis des Alltags im ÖPNV. Man nehme etwa die berühmteste U-Bahnszene der Filmgeschichte, Marilyn Monroe über dem Subway-Schacht, hoch wirbelt ihr weißes Kleid. Könnte ein Mann hier ähnliche Aufmerksamkeit gewinnen? Allenfalls ein Schotte, dem der Fahrtwind unter den Karorock greift. Doch wie würde die ganze Welt aufstöhnen: How disgusting!

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