Berlin : Seine Chefin heißt Heidemarie Wieczorek-Zeul

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Vom Büro im zehnten Stock des „EuropaHauses“ an der Stresemannstraße hat Markus Berndt einen fantastischen Blick auf den Potsdamer Platz und seine glänzenden Fassaden. Doch er hat oft andere Bilder im Kopf: Die der Slums von Caracas, Rio oder vieler anderer Elendsviertel in der Welt. Ein Besuch in Venezuela, der Kontakt mit bitterster Armut, gab seinem Leben eine Wende. Er wollte gegen die Armut in der Welt kämpfen. Wie, das wusste er damals, vor gut zwölf Jahren, noch nicht. Heute arbeitet er als Referent im Büro von Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und hat das Gefühl, seinen Plan, etwas gegen das Elend zu tun, wirklich umzusetzen.

Damals aber studierte Markus Berndt, in Osterode (Harz) geboren, noch Physik in Göttingen. „Das war nicht mein Ding“, erinnert er sich, nach zwei Semestern brach er das Studium ab. Er ging nach Hamburg, studierte Volkswirtschaft, Schwerpunkt Entwicklungsökonomie, promovierte. Irgendwann las er eine Stellenanzeige, in der die Bundesregierung Volkswirte suchte. Vor 15 Monaten fing er im Weltbank-Referat des Entwicklungshilfeministeriums an, heute ist er im Leitungsbereich für die Handelspolitik besonders mit so genannten Schwellenländern wie Brasilien zuständig. Slums, die er auf Dienstreisen besucht – vor kurzem etwa verbunden mit einem Besuch im Aids-Hospiz in Rio – sieht er mit den Augen eines Mannes, der Hilfe bieten kann. Und ihn fasziniert immer wieder, wie hoffnungsfroh Menschen dort auch noch in bitterster Lage sind. Die Bilder schießen ihm durch den Kopf, wenn er die Fassaden des Potsdamer Platzes sieht. Hamburg, München und dann Bonn, den Hauptsitz des Ministeriums, hat er 32-Jährige hinter sich gebracht. In Berlin fühlt er sich endlich heimisch. „Die Stadt ist energiegeladen“, sagt er. „Aber auch ein Stück anstrengend.“C.v.L.

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