Berlin : Seit Hellersdorfs Rathaus-Chef seinen Wagen teilt, klingelt die Kasse

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Es hat sich gelohnt, dass Bürgermeister Uwe Klett (PDS) im September die Klasse gewechselt hat. Wie berichtet, verzichtet er seitdem auf seinen dunklen Dienst-Mercedes und lässt sich stattdessen im roten Audi A 3 chauffieren. "Cash car" nennt der Rathaus-Chef das Projekt, das sich nach seinen Angaben bereits nach dreimonatiger Laufzeit zu einem Drittel refinanziere. Das Konzept sei einfach und könne von jeder Behörde nachgemacht werden, ist Klett überzeugt. Partner ist die Firma "choice", ein Unternehmen, zu dessen Gesellschaftern die Audi AG, die StattAuto Car Sharing AG, das Wissenschaftszentrum Berlin und seit gestern auch die BVG gehören.

"Choice" hat mit dem Bezirk zunächst einen 36-monatigen Leasingvertrag geschlossen, der es dem Bürgermeister gestattet, immer dann seinen A 3 auch anderen zur Verfügung zu stellen, wenn er ihn selbst gerade nicht benötigt. Und je öfter er das tut, desto mehr hat der Bezirk davon, weil er dann einen Teil der Einnahmen für die Vermietung gutgeschrieben bekommt. Im Oktober dieses Jahres waren das immerhin 345 Mark, bei einer monatlichen Leasingrate von 1100 Mark. "Das Geld kommt dem Globalhaushalt zugute", sagte Klett. Zum Vergleich: Würde der Bürgermeister weiterhin mit dem Mercedes fahren, müsste Hellersdorf dafür monatlich einen Betrag zahlen, der etwa der derzeitigen Leasingrate entspricht, doch Extra-Einnahmen gäbe es dann nicht.

Klett will durch die Teilnahme an dem Projekt den Weg für ein zukunftsfähiges, alternatives Gesamtverkehrskonzept ebnen, das öffentlichen Nahverkehr und individuelle Mobilität verbindet. Noch stehen die meisten Bezirksamtsmitarbeiter allerdings dem Projekt eher skeptisch gegenüber. Klett plant deshalb für Januar eine Befragung der Mitarbeiter, die Auskunft über das Mobilitätsverhalten der Verwaltung geben soll. "Ich könnte mir vorstellen, dass künftig auch andere Dienstwagen geteilt werden, so dass die Mitarbeiter ihre privaten Autos stehen lassen könnten." Das biete sich vor allem im Umwelt-, Jugend- und Sozialbereich an.

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