Sekten : Berlin will Scientology Druck machen

Die Scientology-Sekte soll endlich verboten werden, geht es nach Berlins Innensenator Erhart Körting. Er verbündet sich dafür mit dem Innensenator von Hamburg und stellt zusätzliches Personal ein.

Berlin will den Druck auf die Scientology-Sekte verstärken. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) kündigte am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses an, einen Antrag Hamburgs auf der Innenministerkonferenz zu unterstützen. Hamburgs Innensenator Udo Nagel (parteilos) will Scientology mithilfe des Vereinsgesetzes verbieten lassen, da sich die Organisation gegen die verfassungsmäßige Ordnung stelle. „Wir unterstützen den Antrag“, sagte Körting. Die Innenminister tagen ab Donnerstag.

Zudem wurde gestern bestätigt, dass Berlin im kommenden Jahr nach Hamburger Vorbild einen Sektenbeauftragten bekommt. „Wir haben die Sektenstelle personell verstärkt“, sagte Körting, diese werde der Bildungsverwaltung angegliedert. Wie berichtet, soll sich der Sektenbeauftragte nicht nur um Scientology kümmern, sondern auch um die vielen anderen „Anbieter auf dem Lebenshilfemarkt“, also religiös-fundamentalistische, esoterische und okkultistische Gruppierungen.

Die CDU-Fraktion scheiterte gestern mit einem Antrag im Innenausschuss, in Berlin ein „Kompetenzzentrum Scientology“ einzurichten, in dem Beratung und Überwachung der Organisation gebündelt werden sollen. Als Vorbild nannte die CDU-Abgeordnete Monika Thamm Hamburg, wo es in der Innenbehörde eine Scientology-Beauftragte gibt. „Dort haben drei Leute ein Wissen zusammengetragen, von dem Berlin nur träumen kann“, sagte Thamm. Alle anderen Parteien lehnen die Einrichtung eines Kompetenzzentrums allerdings ab und verwiesen auf den neuen Sektenbeauftragten. Im Januar hatte Scientology in Berlin eine Hauptstadtrepräsentanz eröffnet. Ha

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