Berlin : Selbst Anwohner waren dagegen

Lena Hach

Eng ist es am hinteren Kurfürstendamm am Tag nach dem Bürgerbegehren. Kurz hinter dem Adenauerplatz teilen sich drei Autos zwei Parkplätze: Zwei Wagen sind im Parkhafen so abgestellt, dass sich ein Ford gerade noch quer davor quetschen konnte. Damit ist die Fläche, für die nun kein Parkschein nötig ist, voll ausgenutzt – Autofahrer auf Parkplatzsuche halten zusammen. Verkehrsstadträtin Martina Schmiedhofer (Grüne) kann sich bestätigt fühlen. Im Vorfeld des Bürgerentscheids um die Ausweitung der Parkgebührenzone in der City-West hatte sie darauf hingewiesen, dass 15 Prozent der Autos dort falsch parken würden. Davon ist jedoch nichts zu sehen: Die Dreierkonstellation bleibt eine Ausnahme, eine extreme Überbelegung der Parkplätze ist nicht zu beobachten. Die meisten Falschparker stehen auf dem Seitenstreifen.

Aufregung über das Abstimmungsergebnis, das eine Ausweitung der Gebührenzone ausschließt, herrscht keine. So stellt ein Anwohner zwar fest, dass eine Ausweitung sicherlich einige Vorteile für Anwohner auf allabendlicher Parkplatzsuche gebracht hätte. Er hätte als Anwohner eine Parkvignette bekommen. „Aber ich habe trotzdem dagegen gestimmt.“ Er sehe nicht ein, dass man immer tiefer in die Tasche der Bürger greife. Daher störe es ihn auch nicht, dass viele Berliner, die eigentlich weiter östlich auf dem Kurfürstendamm zu tun hätten, zum kostenlosen Parken, das ab der Lewishamstraße möglich ist, hierher kämen. Geradezu glücklich darüber, dass sich an der Situation nichts ändert, zeigen sich die Gewerbetreibenden. So sagt der Angestellte eines Geschäftes für Leder- Design über das kostenlose Parken: „Das nutzen wir und empfehlen das unseren Kunden.“ Lena Hach

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