Berlin : Selbstmord: 12-Jähriger erschoss sich mit Vaters Pistole

Toh/weso

Mit dem Revolver seines Vaters hat sich am Donnerstagmorgen ein 12-jähriger Junge in Pankow getötet. Er wurde von seinem zwei Jahre älteren Bruder in der Wohnung der Familie im Ortsteil Französisch-Buchholz gefunden. Der Bruder alarmierte auch Polizei und Feuerwehr. Der Notarzt konnte den Jungen nicht mehr retten, der Junge erlag seinen Verletzungen noch am Ort des Geschehens. Das Motiv liegt nach den Aussagen eines Polizeisprechers "im persönlichen Bereich". Der Vater des Jungen ist Mitglied in einem Schützenverein und berechtigt, einen Revolver zu besitzen. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet, da die Polizei nicht ausschließt, dass er die Waffe nicht sicher aufbewahrt hat.

Selbsttötungen sind bei 12-Jährigen sehr selten. 1999 brachten sich in Berlin drei Jungen im Alter von zehn bis 15 Jahren um, insgesamt legten in diesem Jahr 483 Berliner Hand an sich. Die sogenannte Suizidrate, die Zahl der Selbsttötungen bezogen auf 100 000 Gleichaltrige, liegt in der Altersgruppe von zehn bis 15 Jahren bei 1,7. Zum Vergleich: Bei den über 90-Jährigen ist die Zahl viel höher. Auf 100 000 Menschen dieser Altersgruppe kamen 1999 55 Selbsttötungen. "Selbstmorde von Jugendlichen sind meist schnelle und spontane Handlungen", sagt Gerd Storchmann, der beim Verein Neuhland suizidgefährdete Jugendliche betreut. Wenn Schusswaffen zur Verfügung stehen, dann würden sie in Momenten großer Verzweiflung auch benutzt.

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