Berlin : Selbstmord einer Patientin

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Das Verfahren gegen einen Krankenpfleger wegen fahrlässiger Tötung einer suizidgefährdeten Patientin ist am Montag von einem Berliner Amtsgericht eingestellt worden. Der heute 60-Jährige muss 1400 Euro Geldbuße zahlen. Ihn treffe nur ein ganz geringes Mitverschulden am Tod der 36-jährigen Frau, sagte die Richterin.

Die psychisch schwer gestörte Patientin hatte sich im Juni 2000 in ihrem Zimmer in der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik mit einem Gurt erhängt, mit dem sie am Vortag in ihrem Bett fixiert worden war. Der Angeklagte hatte den Gurt gelöst. Die Richterin sprach von einem Mitverschulden der Klinik und einer denkbar schlechten Situation für den Pfleger. In dem Raum gab es kein Notlicht und keine Sichtscheiben wie in den Isolierzimmern. Im Grunde sei es nicht möglich, jemanden, der sich das Leben nehmen will, jede Sekunde lückenlos zu überwachen. Der Angeklagte als Mann durfte nicht in dem Zimmer Wache halten. Er hatte nur durch einen Türspalt vom Flur aus Einblick. Ein Freispruch konnte aber nicht erfolgen, weil der Angeklagte trotz der unglücklichen Umstände fünf bis zehn Minuten unaufmerksam gewesen sein müsse, als die Frau aufstand, zum Fenster ging und sich das Leben nahm. dpa

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