• Seltene Erde geschmuggelt: Galerist schaffte Erdmetalle im Wert von 40 Millionen Mark von Russland nach Berlin

Berlin : Seltene Erde geschmuggelt: Galerist schaffte Erdmetalle im Wert von 40 Millionen Mark von Russland nach Berlin

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Die Haut- und Atemwegsreizungen, die sich Polizisten und Zöllner bei einem Einsatz an der Wielandstraße 14 in der Nacht zu Mittwoch zuzogen, sind nach Auskunft eines Sprechers des Klinikums Benjamin Franklin hauptsächlich allergische Reaktionen. Bis auf eine 21-jährige Polizeihauptmeisterin wurden alle Betroffenen aus dem Krankenhaus entlassen. Die Polizistin wird mit großer Wahrscheinlichkeit heute entlassen. Die Mediziner rechnen bei keinem mit gesundheitlichen Langzeitfolgen.

Die Frau befand sich auf der geschlossenen Ladefläche des Lasters, als die Kisten mit den Erdmetallen verladen wurden und stand offenbar in der größten Staubwolke. Der Staub löst beim Einatmen heftige Lungenreizungen aus und reizt Augen und Haut. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Polizisten wie Zöllner "wären vermeidbar gewesen", kritisierte ein Polizist aus Berlin, der von "grober Fahrlässigkeit" sprach.

Die Beamten waren, wie berichtet, im Auftrag des Potsdamer Zolls tätig geworden, der gegen einen 59-jährigen Berliner Galeristen "wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Schmuggels seltener Erden aus Russland" ermittelt. Acht Tonnen dieser "seltenen Erden" im Gesamtwert von 40 Millionen Mark, die in der Elektronik- und Raumfahrtindustrie verwendet werden, soll der Galerist seit Beginn der 90er Jahre in die Bundesrepublik geschmuggelt haben. Fünf Tonnen konnten jetzt sichergestellt werden. Wohin die verbleibenden drei Tonnen geliefert wurden, müsse durch weitere Ermittlungen geklärt werden, sagte der Leiter des Potsdamer Zollfahndungsamtes, Treuner. Die sichergestellten Substanzen sind zwar nach Auskunft der Berliner Umweltkripo schwach radioaktiv, nach den Worten Treuners aber keinesfalls verseucht. Gegen den aus Russland stammenden Galeristen und einen polnischen Komplizen wurden Haftbefehle erlassen.

Bei Ermittlungen wegen des Verdachts des Kunstdiebstahls stieß die Berliner Polizei bereits 1998 auf etwa 1,2 Tonnen des nun sichergestellten Materials. Damals behauptete der Galerist, es werde von Malern zur Behandlung der Leinwand eingesetzt und auch als Zusatzstoff der Modelliermasse von Plastiken beigemengt. Damals durfte der Galerist den Stoff behalten.

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