• Senat beschließt 17 neue Ehrengräber: Axel Springer und Bärbel Bohley bekommen Ehrengrab in Berlin

Senat beschließt 17 neue Ehrengräber : Axel Springer und Bärbel Bohley bekommen Ehrengrab in Berlin

Der Verleger und die DDR-Bürgerrechtlerin, sowie 15 weitere namhafte Persönlichkeiten der Stadt, bekommen Ehrengräber. Für 124 weitere wurde eine Verlängerung beschlossen.

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Verleger Axel Cäsar Springer bekommt ein Ehrengrab in Berlin.
Verleger Axel Cäsar Springer bekommt ein Ehrengrab in Berlin.Foto: dpa

Ein Ehrengrab in der Stadt Berlin bekommen jene, die zu Lebzeiten "hervorragende Leistungen mit engem Bezug zu Berlin erbracht oder sich durch ihr überragendes Lebenswerk um die Stadt verdient gemacht haben", heißt es bei der Senatsverwaltung. Die Kosten der Grabpflege und die Instandhaltung der Grabstätte sowie des Grabmals übernimmt das zuständige Bezirksamt. Am Dienstag beschloss der Senat 17 Ehrengräber. Damit gibt es in Berlin künftig 667. 66 davon sind Grabstätten von Frauen. Die Laufzeit eines Ehrengrabes beträgt 20 Jahr, ein Grab kostet im durchschnitt 650 Euro pro Jahr. Eine Liste aller Ehrengrabstätten finden Sie hier.

Das sind die neuen Ehrengräber

1) Axel Cäsar Springer (1912-1985): Deutscher Zeitungsverleger und Gründer des Axel-Springer-Verlags, zu dem unter anderem die "Bild"-Zeitung gehört.

2) Bärbel Bohley (1945-2010): DDR Bürgerrechtlerin.

3) Rut Brandt (1920-2006): Frühere Ehefrau des langjährigen SPD-Vorsitzenden Willy Brandt.

4) Josef Paul Kleihues (1933-2004): Der Architekt verbrachte einen Großteil seines Lebens in Berlin und war unter anderem an der Wohnbebauung in Gropiusstadt beteiligt.

5) Werner Klemke (1917-1994): Der Berliner Grafiker und Illustrator war zu Zeiten der DDR für Illustrationen in Kinderbüchern und auf dem Titelblatt des "Magazin" bekannt.

6) James Simon (1851-1932): Der Berliner war der Stifter der Nofretete-Büste an das Ägyptische Museum in Berlin. Er galt als einer der bedeutendsten Kunstmäzene seiner Zeit.

7) Otto Rosenberg (1927-2001): Mitbegründer des Landesverbandes der Sinti und Roma Berlin-Brandenburg.

8) George Tabori (1914-2007): Er war "Spielmacher" (den Begriff Regisseur lehnte er ab) beim Berliner Ensemble ab 1999.

9) Eduard Bernstein (1850-1932): Der Berliner SPD-Politiker brach mit dem Marxismus innerhalb der SPD. Damit reformierte er die Partei und gilt seither als Vater der modernen Sozialdemokratie. Bernstein erhält nach öffentlichen Protesten nun wieder ein Ehrengrab, nachdem dies 2010 aberkannt worden war.

10) Adolf Erman (1854-1937): Ägyptologe und Direktor des Ägyptischen Museums.

11) Georg Knorr (1859-1911): Ingenieur und Unternehmer. Er gründete die Firma "Knorr-Bremse" 1905 in Berlin. Sie wurde bald als Einheitsbremse für alle europäischen Bahnen eingeführt.

12) Hanna-Renate Laurien (1928-2010): Die Politikerin (CDU), auch bekannt als "Hanna-Granate", war 1981 bis 1989 Schulsenatorin von Berlin und von 1991 bis 1995 Präsidentin des Abgeordnetenhauses von Berlin.

13) Friedrich Luft (1911-1990): Er war einer der bedeutendsten Theater- und Filmkritiker Deutschlands. Er wuchs in Berlin auf und starb auch hier.

14) Paul Nipkow (1860-1940): Der Techniker erfand 1884 in Berlin die "Nipkow-Scheibe". Damit wurde er zum Vater der ersten Generation der Fernsehtechnik.

15) Oskar Pastior (1927-2006): Schriftsteller, Dichter und Übersetzer. Er wurde 2006 für sein Werk mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet und lebte bis zu seinem Tod in Berlin-Charlottenburg.

16) Richard Paulick (1903-1979): Architekt und Städteplaner. Er arbeitete am Wiederaufbau des historischen Berlins mit.

17) Hildegard Radusch (1903-1994): Berliner Frauenrechtlerin und lesbische Aktivistin. Nach Kriegsende beteiligte sie sich am Wiederaufbau und arbeitete etwa im Bezirksamt Schöneberg in der Abteilung "Opfer des Faschismus".

Diese Ehrengräber wurden um 20 Jahre verlängert

Für weitere 124 bestehende Ehrengrabstätten etwa von Theodor Fontane oder den Gebrüdern Grimm wurde zudem eine Verlängerung um weitere 20 Jahre beschlossen. Seit dem letzten Senatsbeschluss über Ehrengrabstätten im Jahr 2010 seien Ehrengräber für Dietrich Fischer-Dieskau (2012), Richard von Weizsäcker (2015) und Egon Bahr (2015) hinzugekommen, hieß es bei der Senatskanzlei. (Tsp/epd)

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