• Senat beschließt Konzept für Ganztagsbetreuung Grundschulen sollen ab 2006/07 Angebot entsprechend erweitern

Berlin : Senat beschließt Konzept für Ganztagsbetreuung Grundschulen sollen ab 2006/07 Angebot entsprechend erweitern

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Die geplante Ganztagsbetreuung an den Grundschulen hat eine weitere Hürde genommen: Am gestrigen Dienstag stimmte der Senat einem entsprechenden Gesamtkonzept von Bildungssenator Klaus Böger (SPD) zu. Zuvor hatte das Papier bereits den Rat der Bürgermeister passiert. Jetzt ist das Abgeordnetenhaus am Zuge.

Kern des Betreuungskonzeptes ist die vollständige Verlagerung der Horte aus den Kindertagesstätten an die Grundschulen. Die Kinder gehen also nach Unterrichtsschluss nicht mehr in den Schülerladen oder den nächsten KitaHort, sondern bleiben auf dem Schulgelände. Außerdem sollen alle Grundschulen bis spätestens 2006/07 eine verlässliche Betreuung bis mittags anbieten. Dies bedeutet für die Schüler der ersten bis dritten Klassen, dass sie bis 12.30 Uhr in der Schule bleiben, die vierten bis sechsten Klassen werden bis 13.30 Uhr betreut. Ein Mittagessen wird diesen Kindern nicht angeboten.

Familien, die einen darüber hinausgehenden Betreuungsbedarf nachweisen können, erhalten die Möglichkeit, ihre Kinder bis 16 oder sogar bis 18 Uhr an der Schule zu lassen und sie schon zwischen 6 und 8 Uhr morgens zu bringen. Dafür wird eine Hort- und Essensgebühr fällig. Zusätzlich werden weitere 30 Ganztagsgrundschulen eingerichtet. Sie sind bis 16 Uhr kostenlos, weil sie ein anderes Konzept haben als die so genannten offenen Ganztagsschulen: Unterricht, gezielte Förderung und spielerische Betreuungselemente sind so miteinander verbunden, dass die Kinder nicht die Wahl haben, schon mittags nach Hause zu gehen. An diesen Ganztagsschulen sollen insbesondere Migrantenkinder und Kinder aus sozialen Brennpunkten gefördert werden, um die Defizite bei der häuslichen Förderung ausgleichen zu können.

Unumstritten ist das Böger-Konzept nicht: Die freien Träger bangen um ihre gut angenommenen Hort- und Schülerladen-Angebote. Denn viele Schulen sollen zunächst überzählige Erzieherinnen aus öffentlichen Kitas übernehmen, bevor sie mit freien Trägern kooperieren dürfen. sve

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