Berlin : Senat: Bühnen mit Geld nicht zu retten

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„Vorsichtig optimistisch“ ist die Senatskulturverwaltung, dass die beiden Boulevard-Bühnen am Kurfürstendamm am gewohnten Ort bewahrt werden können. Wie der Sprecher von Kultursenator Thomas Flierl (PDS), Torsten Wöhlert, am Sonntag mitteilte, hat die Behörde schon im Dezember mit der Grundstückseigentümerin Gespräche über eine Rettung der Theater geführt. Man wolle nun die derzeitigen Verhandlungen zwischen der Real Estate und den Wölffert-Bühnen abwarten und gegebenenfalls Kompromisse vermitteln. Wöhlert betonte, die gut besuchten Bühnen sollten in der gewohnten Form am alten Platz erhalten bleiben. Vom Senat werde sich dies allerdings „mit Geld nicht regeln lassen“.

Die Komödie und das Theater am Kurfürstendamm haben, wie berichtet, zum Jahresende 2006 von der Real Estate, einem Unternehmen der Deutschen Bank, die Kündigung erhalten. Der Eigentümer des Ku’damm-Karees, in das die Theater integriert sind, will bei einem Umbau die Traditionsbühnen abreißen und an anderer Stelle des Grundstücks neu errichten.

Der Plan für den Abbruch stößt auf breite öffentliche Kritik, in den Theatern liegen Unterschriftenlisten aus. Jürgen Wölffert, der beide Bühnen fast 40 Jahre geleitet hatte, wies am Wochenende auf die lange Tradition der Theater hin, die aus den zwanziger Jahren stammen und beispielsweise auch mit dem Namen Erich Piscators und der Freien Volksbühne verbunden sind. Berlin habe am Kurfürstendamm nach der „Aushöhlung“ des Hauses Wien und des einstigen Marmorhauses kaum kulturelle Bausubstanz. Die Theater gehörten über Jahrzehnte zu den bestbesuchten Häusern Berlins. Wölffert bedauerte, dass es nicht gelungen sei, die nach dem Krieg weitgehend original hergerichteten Bühnen unter Denkmalschutz zu stellen.C. v. L.

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