Berlin : Senat: Die Luft bleibt auf Jahre hinaus schmutzig Selbst, wenn Berlin Verbesserungen erreicht – mehr als die Hälfte des Feinstaubs kommt von außerhalb

Die Luft in Berlin bleibt auf Jahre hinaus an vielen Stellen dreckiger, als die neuen EU-Grenzwerte für Feinstaub zulassen. Ähnlich sieht es bei den Stickoxiden aus. Nach Angaben der Stadtentwicklungsverwaltung wurden die Grenzwerte 2002 an Straßen mit einer Gesamtlänge von 450 Kilometern überschritten. Betroffen waren davon rund 190 000 Anwohner. In diesem Jahr soll sich die Länge der dreckigen Straßen, an denen das Wohnen gesundheitsschädlich sein kann, auf 350 Kilometer (140 000 Anwohner) verkürzen, und 2010 sollen es „nur“ noch etwa 200 Kilometer mit 80 000 Betroffenen sein.

Als schmutzig eingestuft sind Straßen, an denen an mehr als 35 Tagen der zulässige Grenzwert von Feinstaub (50 Mikrogramm je Kubikmeter) im Tagesmittelwert überschritten wird.

Dazu gehören in der Innenstadt in

Mitte: Tor-, Chaussee-, Brunnenstraße, Schönhauser Allee, Leipziger Straße, Reinhardtstraße, Unter den Linden, Friedrichstraße, Invalidenstraße und Brückenstraße

Moabit: Strom-, Turm, Quitzow, Beussel-, Perleberger und Lehrter Straße

Wedding: Brunnenstraße

Prenzlauer Berg: Eberswalder Straße, Pappelallee, Greifswalder Straße, Prenzlauer und Schönhauser Allee

Friedrichshain: Frankfurter Allee

Kreuzberg: Mehringdamm, Oranienstraße, Heinrich-Heine-, Adalbertstraße, Kottbusser Damm, Urban-, Skalitzer und Zossener Straße

Neukölln: Sonnenallee, Hermann, Karl-Marx-, Wildenbruch und Flughafenstraße

Schöneberg: Haupt, Potsdamer , Kolonnen, Dominicus, Martin-Luther-, Hohenstaufen, Grunewald-, Pallasstraße

Tempelhof: Tempelhofer Damm und Manfred-von-Richthofen-Straße

Wilmersdorf: Bundesallee, Berliner und Blisse-, Uhland-, Konstanzer sowie Brandenburgische Straße, Kurfürstendamm, Lietzenburger und Joachimsthaler Straße

Charlottenburg: Bismarck-, Kant-, Leibniz-, Cauer-, Helmholtz-, Kaiser-Friedrich-Straße, Otto-Suhr-Allee und Kaiserin-Augusta-Straße.

Die Stadtentwicklungsverwaltung machte gestern klar, dass die Selbsthilfe Berlins zur Verbesserung der Luftqualität nicht ausreicht – 50 Prozent, je nach Wind aber auch bis 70 Prozent des Feinstaubs kommen von außerhalb in die Stadt. Auch Sand aus der Sahara ist bereits niedergegangen. Der Rest entsteht vorwiegend durch Straßenverkehr sowie durch Heizungen, Industrie- und Kraftwerke oder durch Bauarbeiten. Strenge Auflagen haben in der Vergangenheit dazu geführt, dass Schadstoffe wie Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Benzol kein Problem mehr darstellen.

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