Berlin : Senat entschuldet Vivantes Klinikkonzern: Sanierung kostet 30 Millionen Euro

Ingo Bach

Die Umsetzung des bis 2008 laufenden Sanierungsplanes für den finanziell angeschlagenen Klinikkonzern Vivantes wird nach Tagesspiegel-Informationen zusätzlich 30 Millionen Euro kosten. Der zusätzliche Betrag setzt sich vor allem aus Abfindungen für ausscheidende Mitarbeiter und Honoraren für externe Wirtschaftsberater zusammen.

Eine wesentliche Voraussetzung zur Realisierung des Sanierungskonzeptes hat jetzt der Senat beschlossen. Auf seiner Sitzung am Dienstag stimmte er in vertraulicher Runde der Umwandlung der Vivantes-Altschulden in Höhe von 230 Millionen Euro in Eigenkapital zu, also einer faktischen Entschuldung. Nun muss noch der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses zustimmen, der am kommenden Mittwoch tagt. Doch ganz ohne Schulden wird Vivantes auch danach nicht dastehen. Denn die zusätzlichen Kosten für die Sanierung übernimmt das Land nicht.

Der Vivantes-Geschäftsführung soll für die auf vier Jahre angesetzte Sanierung eine Beraterfirma an die Seite gestellt werden, weil eine „außergewöhnlich intensive Beratungsnotwendigkeit“ bestehe, heißt es aus dem Aufsichtsrat. Aber die Aufgabe, im Jahr 2008 einen Gewinn von bis zu 50 Millionen Euro zu erwirtschaften, sei sehr anspruchsvoll. Zunächst gibt es eine europaweite Ausschreibung für die bis 2008 befristete Beratertätigkeit. Die besten Chancen räumen Beobachter der Beratungsfirma McKinsey ein, vor allem wegen ihrer bereits geleisteten Vorarbeit. Denn das Unternehmen hat das Sanierungskonzept von Vivantes mit erarbeitet und kennt sich also bestens aus. Auch für die dreimonatige Übergangsfrist bis zum Ende der Ausschreibung darf McKinsey bei Vivantes erst einmal weitermachen.

Der andere Posten der Sanierungskosten ist die Abfindungsregelung, um Mitarbeitern das freiwillige Ausscheiden aus dem Unternehmen zu erleichtern. Laut Sanierungskonzept sollen in den kommenden vier Jahren 1700 Vollzeitstellen wegfallen.

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