Berlin : Senat lobt Gründerstadt Berlin - Hohe Selbstständigenquote im Ostteil

Berlin ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Gründerstadt. Allein im vergangenen Jahr gab es in der Hauptstadt über 30 000 Neugründungen von Unternehmen, wie Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner (CDU) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus sagte. Der positive Trend der Vorjahre habe sich fortgesetzt. Als bemerkenswert bezeichnete der Senator die Entwicklung in den östlichen Bezirken. Dort stieg die Selbstständigenquote seit 1990 von 1,7 auf jetzt 11,8 Prozent. Sie liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 10,9 Prozent.

In Beantwortung einer Großen Anfrage der Koalitionsfraktionen CDU und SPD verwies Branoner darauf, dass ein Existenzgründer im Durchschnitt vier Arbeitsplätze für weitere Mitarbeiter schafft. Angesichts dieser arbeitsmarktpolitischen Bedeutung könnten potenzielle Jungunternehmer auf eine breite Palette von Hilfen und Informationen zurückgreifen. Dazu gehörten das Gründungsnetzwerk, das Existenzgründertelefon der Wirtschaftsverwaltung und der "Ereigniskalender" mit allen wichtigen Veranstaltungen für Existenzgründer.

Besonders wichtig seien zinsgünstige und langfristige Kredite, wie sie das ERP-Eigenkapitalhilfeprogramm, das ERP-Existenzgründerprogramm und die Programme der Deutschen Ausgleichsbank bieten, betonte Branoner. In mehr als 200 Fällen seien allein 1999 Bürgschaften des Landes Berlin zur Absicherung von Krediten gewährt worden. Dafür stelle die Bürgschaftsbank Berlin-Brandenburg Bürgschaften bis zu 1,5 Millionen zur Verfügung. Speziell an Existenzgründer im Handwerk wende sich die Meistergründungsprämie in Höhe von 20 000 Mark. Diesen bedingt rückzahlbaren Zuschuss als Start in die Selbstständigkeiten nahmen 1999 insgesamt 320 Handwerker in Anspruch.

Zudem bietet das Land Berlin arbeitslosen Personen Unterstützung beim Aufbau einer unternehmerischen Existenz an. Dafür wird ein zinsloses Darlehen von bis zu 30 000 Mark ausgezahlt. Seit 1997 wurde damit 850 Existenzgründern bei ihrem Start geholfen. Die Nachfrage ist dabei so groß, dass die für dieses Jahr zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 4,3 Millionen Mark bereits ausgeschöpft sind, wie der Senator betonte. Darüber hinaus verwies Branoner auf die Möglichkeit, in den 13 Berliner Gründerzentren preiswerte Räume anzumieten. Dies sei schon ab zehn Mark pro Quadratmeter möglich.

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