Berlin : Senat stoppt Übernahme zweier Eliteschulen

Die Rede ist von einem „Affront“ und von „großer Enttäuschung“: Der Senat lehnt es wider Erwarten ab, die John-F.-Kennedy-Schule und das Französische Gymnasium in Landesträgerschaft zu übernehmen. Gegenüber den beiden betroffenen Bezirken wurde dies jetzt mit „unklaren kostenmäßigen Auswirkungen“ begründet, berichtet die Bildungsstadträtin von Steglitz-Zehlendorf, Anke Otto (Grüne).

Otto und ihre Amtskollegin in Mitte hatten sich dafür starkgemacht, die beiden angesehenen bilingualen „Unikatschulen“ in die Trägerschaft des Landes abzugeben, weil es im Rahmen der engen Bezirkshaushalte kaum möglich sei, den besonderen Bedürfnissen dieser Schulen gerecht zu werden. Nachdem sich alle Gremien für diesen Weg ausgesprochen und über ein Jahr darüber debattiert hätten, sei die plötzliche Absage des Senats ein „Affront“, urteilt Otto. „Alle bedauern das“, berichtet auch Thomas Jürgens, der als Sekretär das einflussreiche Erziehungsdirektorium der Schule berät und selbst fünf Kinder an der Kennedy- Schule hat. Die Gremien des Französischen Gymnasiums sollen erst Anfang der Woche informiert werden. Intern hieß es, die Schule sei „sehr enttäuscht“.

Die Bildungsverwaltung begründet die Absage damit, dass bislang „nicht alle mit einer Übergabe zusammenhängenden Fragen abschließend geklärt werden konnten“. Nur kurzfristig vertagt wurde diese Woche hingegen eine Gesetzesänderung, die die Gremien der Kennedy- Schule betrifft. Wie berichtet, hatten sich Eltern dagegen gewehrt, dass sie ihren großen Einfluss im Erziehungsdirektorium der Schule an die Schulleitung und an die Schulkonferenz verlieren sollten. Der entsprechende Gesetzentwurf soll in zwei Wochen beraten werden. kba/sve

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