Berlin : Senat will mehr Kontrolle bei Prothesen

Sicherheit für Patienten soll verbessert werden

Nach dem Skandal um fehlerhafte Implantate werden in Berlin nun erste Schritte in Richtung Prothesenregister gemacht. Gesundheitsverwaltung, die Patientenbeauftragte Karin Stötzner, der Präsident der Ärztekammer Günther Jonitz sowie der Datenschutzbeauftragte Alexander Dix sind sich einig, dass ein Register ein geeignetes Instrument zur Qualitätssicherung sei. In einem Prothesenregister sollten jedoch auch die Behandlungsschritte und Therapien der Patienten sorgfältig dokumentiert werden.

Bis Anfang Oktober will die Gesundheitsverwaltung Ärztekammern, Gesundheitsverbände und die Krankenkassen sowie Vertreter schon bestehender Endoprothesenregister zu einer Anhörung über Möglichkeiten und Anforderungen eines Endoprothesenregisters einladen. Langfristig solle dadurch auch der Weg für die Einrichtung eines bundesweiten Endoprothesenregisters geebnet werden. Zudem will Gesundheitsstaatssekretär Benjamin Hoff (Linke) die Krankenkassen dazu befragen lassen, welche Schlüsse sie aus der Debatte um die Sicherheit von Implantationen ziehen.

Kritiker bemängeln, dass die Versicherungen Schwierigkeiten haben, von den Kliniken zu erfahren, wann bestimmte Produkte verwendet worden sind. Die Krankenhäuser würden Angaben zu Herstellern und Typen der verwendeten Prothesen nicht automatisch an die Krankenkassen übermitteln. Die Gesundheitsverwaltung wolle außerdem Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte über die Informationspflichten nach dem Medizinproduktegesetz aufklären. Vielfach herrsche noch Unkenntnis unter Medizinern. hah

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