Berlin : Senat wundert sich über ADAC

Autoclub kritisiert unsichere Fußgängerüberwege

Die Senatsverkehrsverwaltung hat gestern einen vom ADAC veröffentlichten Test zur Sicherheit von Berliner Fußgängerüberwegen zurückgewiesen. Er sei ungenau recherchiert, und teilweise verstießen die Vorschläge gegen die Straßenverkehrsordnung, kritisierte ein Senatsexperte. Der Automobilclub hatte zwölf Fußgängerüberwege in der City-Ost getestet. Ergebnis: Acht schnitten positiv ab, vier negativ – Gesamtnote für Berlin nur „ausreichend“. Zwei Überwege (Französische Straße / Charlottenstraße und Behrenstraße / Friedrichstraße schnitten unter dem Aspekt „Sichtbarkeit in der Nacht“ sogar mangelhaft ab. „Kein Ruhmesblatt für die deutsche Hauptstadt“, heißt es in dem Testbericht.

Viele der vom ADAC genannten Kritikpunkte wurden am Dienstag von der Verkehrsverwaltung als falsch oder unsinnig zurückgewiesen. So sei der angeprangerte „Hauptmangel“ fehlende Markierungen auf der Fahrbahn. Dies sei jedoch in der Straßenverkehrsordnung so vorgeschrieben, hieß es. Wie der für Straßenbau zuständige Experte Heribert Guggenthaler sagte, sei keiner der getesteten „Übergänge“ rechtlich ein Fußgängerüberweg – sondern schlicht Kreuzungen. Echte Überwege seien mit Zebrastreifen oder mit Ampeln gesichert und entsprechend markiert und ausgeschildert, hieß es beim Senat. Zudem kritisierte der ADAC, dass Ampelmasten in der Mitte von Übergängen „behinderten Fußgängern den Zugang erschweren“. Guggenthaler verwies darauf, dass der mittige Standort von Behindertenverbänden gefordert worden sei, damit sich Blinde orientieren könnten.

Zudem kritisierte der ADAC, dass auf allen getesteten Objekten „rechtsabbiegende Autos während der Grünphase für Fußgänger kreuzen“. Der Senat verwies darauf, dass dies ausnahmslos für sämtliche Berliner Kreuzungen gelte – mit einer Ausnahme. Auf der Testkreuzung Friedrichstraße / Kochstraße in Kreuzberg haben Fußgänger seit 2000 eine eigene Grünphase. Da Autofahrer deshalb dort länger rot haben, hatte der ADAC dies damals heftig kritisiert und eine Abschaffung gefordert. Ha

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