• Senator diskutiert, Studenten besetzen Samstag werden 40 000 Teilnehmer bei Demonstration in Mitte erwartet

Berlin : Senator diskutiert, Studenten besetzen Samstag werden 40 000 Teilnehmer bei Demonstration in Mitte erwartet

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Während Wissenschaftssenator Thomas Flierl die streikenden Studenten weiterhin ernst nimmt, machen das die Studenten mit ihm noch lange nicht. Die Streikenden straften den PDSPolitiker gestern zunächst mit Missachtung, als er in der Technischen Universität mit ihnen diskutieren wollte: Zwanzig Minuten stand der Senator unbeachtet vor dem TU-Audimax. Auf dem Weg zum Podium: Keine Pfiffe, keine Buhs gegen Flierl, und auch kein Beifall. Die streikenden Studenten wollen statt netter Worte die Rücknahme der Kürzungen im Bildungsbereich hören – und werden ungeduldiger. Im Laufe des Tages besetzten protestierende Studenten zunächst die SPD-Bundeszentrale in Kreuzberg und danach die Bertelsmann-Repräsentanz Unter den Linden. Beide Male zogen sie nicht wieder freiwillig ab, so dass die Polizei räumen musste.

In die SPD-Zentrale waren etwa 30 Studenten eingedrungen, die die Polizei am Nachmittag hinaustragen musste. Zwei Stunden später stand die nächste Abordnung mit Transparenten auf dem Balkon der Bertelsmann-Repräsentanz. Die 20 Studenten wollten eigentlich in der wieder aufgebauten ehemaligen Kommandantur übernachten. Mit der Aktion wolle man kritisieren, „dass ein privater Konzern in die Hochschulpolitik drängt“, sagte FU-Student Nico Wehneman. Kurz vor zehn Uhr am Abend teilte die Polizei den Besetzern mit, dass der Hausherr die Aktion nicht mehr dulde und forderte die Studenten auf, das Gebäude umgehend zu verlassen. Doch freiwillig zogen die Protestierenden nicht ab, weshalb die Polizei das Bertelsmann-Haus eine halbe Stunde später räumte. „Wir wollten ein Zeichen der Konsequenz setzen“, sagte Student Wehnemann dem Tagesspiegel. Die Polizei nahm die Personalien der Besetzer auf, weil der Hausherr Anzeige wegen Hausfriedensbruch gestellt habe. Auch diese Räumung verlief nach Polizeiangaben friedlich.

Für die heutige Demonstration erwarten die Veranstalter 40000 Teilnehmer aus ganz Deutschland. Der Protestzug trifft sich um 13 Uhr am Brandenburger Tor. Um 14 Uhr schließen sich am Potsdamer Platz andere soziale Gruppierungen an. Die Studenten ziehen über die Leipziger Straße, Spandauer Straße und Karl-Liebknecht-Straße zur Abschlusskundgebung am Alex um 16.30 Uhr. Wegen dieser und mehrerer kleiner Demonstrationen warnt die Polizei vor einem Verkehrschaos in Mitte. Bis 19 Uhr ist mit Sperrungen rund um das Brandenburger Tor und den Alexanderplatz zu rechnen.tiw/gern/cof/I.B.

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