Berlin : Senatoren und Urlaub: Einige fahren doch

Sigrid Kneist

"Eine Sommerpause sieht die Verfassung nicht vor", sagte der Berliner SPD-Chef und Stadtentwicklungssenator Peter Strieder, als sich der neue rot-grüne Senat nach seiner Wahl ans Werk machte. Arbeit gibt es wahrlich genug. Als der Tagesspiegel vor gut zweieinhalb Wochen nach den Urlaubsplänen der Senatoren fragte, winkten alle entnervt ab: "Keine Zeit, keine Zeit, zu viel zu tun." Kein einziger wollte in den Urlaub fahren. Verständlich, stand doch damals noch im Raum, dass eventuell schon am 23. September gewählt werden soll. Jetzt, der Ferienbeginn steht vor der Tür und die Wahl ist um einen Monat nach hinten verschoben, scheint sich die Stimmung zumindest bei zwei der drei alten SPD-Senatsmitglieder geändert zu haben. Peter Strieder beispielsweise nimmt sich Anfang August eine Woche frei - auch wenn es die Verfassung nicht vorsieht. Er will auf sein Grundstück in Brandenburg. Seine Sprecherin macht aber gleich die Einschränkung: "Er wird immer erreichbar sein." Richtig in den Urlaub fährt aus der Senatsriege eigentlich nur Klaus Böger. Nächste Woche macht sich der Schulsenator für zwei bis drei Wochen zu seinem traditionellen Urlaub nach Sylt auf. Dort besitzt er eine Wohnung. Gesundheitssenatorin Gabriele Schöttler wird in diesem Jahr dagegen auf Ferien verzichten.

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Berlin vor der Wahl Auch für den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit ist klar, dass das Reisen ausfallen muss. "Wir haben zu arbeiten, da kann man doch nicht in den Urlaub fahren", heißt es. Der Chef der Senatskanzlei, André Schmitz, gönnt sich immerhin zehn Tage auf Ibiza. Ursprünglich waren drei Wochen geplant. Ehrhart Körting (Inneres), Wolfgang Wieland (Justiz), Christiane Krajewski (Finanzen) und Juliane Freifrau von Friesen (Wirtschaft) haben keine Ferienpläne. Kultursenatorin Adrienne Goehler plant für einige Tage im August eine Auszeit: "Über das Ziel wird spontan entschieden."

Von den Spitzenkandidaten ist lediglich Gregor Gysi (PDS) entspannt genug, in den Urlaub zu gehen. Am Montag machte er sich für zwei Wochen nach Italien auf; anschließend will er sich noch eine Woche in seinem Häuschen in der märkischen Schweiz erholen. Sibyll Klotz (Grüne) wollte eigentlich vier Wochen in die USA - mit ihrer Tochter, die dort ein Jahr als Austauschschülerin verbringen wird. Jetzt hat sie diese Reise auf zehn Tage verkürzt. Frank Steffel, Spitzenkandidat der CDU, möchte eventuell lediglich für einige Tage nach Bayern, um schnell wieder in Berlin sein zu können. Günter Rexrodt (FDP) wird nur einige Tage nach Niedersachsen fahren.

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