• Seniorenheim verstärkt Pflege: Charlottenburger "Heimstatt Jungfernheide" begegnet Kritik

Berlin : Seniorenheim verstärkt Pflege: Charlottenburger "Heimstatt Jungfernheide" begegnet Kritik

CD

Die Leitung des Seniorenheims "Heimstatt Jungfernheide" am Schweiggerweg und das Max-Bürger-Zentrum als dessen Träger haben auf die Beschwerden über mangelnde Pflege reagiert. Das Personal wurde um fünf Festangestellte verstärkt, die Leasingkräfte mit Kurzzeitverträgen ersetzen. Zwei weitere feste Mitarbeiter sollen bis November hinzukommen. Zweimal wöchentlich gibt es nun Sprechstunden für Angehörige, und in den Fluren sind "Mitteilungskästen" für schriftliche Anregungen oder Kritik geplant. Der Vorsitzende des Charlottenburger BVV-Sozialausschusses, Karsten Sell (CDU), lobte die Maßnahmen auf Nachfrage: Die Heimleitung mache "einen engagierten Eindruck".

Vor zweieinhalb Monaten hatte der Tagesspiegel über Vorwürfe von Angehörigen mehrerer Bewohner und Beschäftigten einer Reinigungsfirma berichtet. Unter anderem hieß es, die Einnahme von Getränken und Medikamenten werde kaum kontrolliert. Auch seien manche Betten und Teppiche verdreckt. Zum Personal gehörten zu viele Leasingkräfte und Zivildienstleistende, die mit dem Heim wenig vertraut seien. Ein Pfleger, der nicht namentlich zitiert werden wollte, sprach von einer "Überlastung".

Am Dienstagabend tagte dazu der Sozialausschuss in nichtöffentlicher Sitzung im Heim. Die Bezirksverordneten machten einen Rundgang und wurden zudem über Ergebnisse einer Überprüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen informiert. "Die öffentlichen Vorwürfe haben sich im Wesentlichen nicht bestätigt", sagte gestern der Sprecher des Max-Bürger-Zentrums, Ingmar Sütterlin. Der Ausschussvorsitzende Sell fasste zusammen, es gebe "kein Problem mit der Sauberkeit". Mängel habe die Überprüfung aber bei den "nicht kontinuierlich geführten" Trinklisten aufgezeigt. Zudem habe es nach der Betätigung von Notruf-Knöpfen fünf bis 40 Minuten gedauert, bis jemand nach dem Rechten sah.

Die bisherige Pflegedienstleiterin hat das Heim derweil verlassen - allerdings laut Sell nicht auf Grund der Vorwürfe, sondern wegen eines beruflichen Aufstiegs. Negative Folgen hatte der Streit um das Heim für die ehemalige Reinigungsfirma. Ihr Vertrag für die "Heimstatt Jungfernheide" lief ohnehin aus; doch das Max-Bürger-Zentrum kündigte auch die Aufträge für andere Häuser fristlos. Es nutzte der Firma nichts, dass sie sich von den Vorwürfen distanzierte, die ihr Objektleiter erhoben hatte.

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