Serie "Berlin hat die Wahl" (5) : Mieten und Wohnen: Guter Raum ist teuer

Teil fünf unserer Wahlserie beschäftigt sich mit der Wohnungslage in Berlin. In beliebten Stadtteilen sind die Mietpreise zuletzt enorm gestiegen. Kann man der erhöhten Nachfrage gerecht werden?

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So wie hier im Samariterviertel in der Bänschstrasse sind die Wohnungen vielerorts begehrt.
So wie hier im Samariterviertel in der Bänschstrasse sind die Wohnungen vielerorts begehrt.Foto: Mike Wolff

Noch vor wenigen Jahren waren die Berliner Umzugsweltmeister. Doch die Mieten steigen stetig, freie Wohnungen, die bezahlbar sind, findet man in großen Teilen der Stadt nur noch mit Glück und Geduld. Nicht nur in City-Regionen, auch in Randlagen wie Spandau oder Marzahn-Hellersdorf wird der Wohnraum knapp. In besonders beliebten Stadtteilen – Mitte, Prenzlauer Berg, Kreuzberg oder Friedrichshain – stiegen die Mietpreise letztes Jahr um bis zu 14 Prozent.

Vor allem bei Neuvermietungen schlagen die Vermieter auf. Zwar wird nur in Teilen der Stadt das Mietniveau von Hamburg oder München erreicht. Aber die unteren Einkommensschichten und Familien auf Suche nach großen Wohnungen leiden unter dem angespannten Markt. Das gilt nicht nur für Hartz-IV-Empfänger, sondern auch für Rentner, Alleinerziehende oder junge Leute, die studieren oder gerade erst ins Berufsleben einsteigen. Sozial schwache Haushalte geben in Berlin bis zu 40 Prozent ihres Nettogehalts für die Miete aus.

Sozialwohnungen helfen nicht weiter, denn sie sind durchschnittlich um einen Euro je Quadratmeter teurer als im übrigen Wohnungsbestand. Zusätzlich fällt ein Teil der Sozialwohnungen aus der Preisbindung heraus. Wenige Monate vor der Wahl im September will Rot-Rot diesem speziellen Problem mit einem Wohnraumgesetz entgegenwirken. Nicht nur Mieterverbände sind skeptisch. Um die Mieten auf dem freien Markt zu bändigen, müsste Bundesrecht geändert werden. Initiativen des Senats waren bisher nicht von Erfolg gekrönt. Der Ruf wird lauter, in Berlin mehr neue Wohnungen zu bauen, um der stark wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Städtische Wohnungsunternehmen und Genossenschaften brauchten dafür günstige Grundstücke.

Was kritisieren Wähler?

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