Serie "Berlin hat die Wahl" (6) : Gesundheit und Pflege: Nicht immer gut versorgt

Teil sechs unserer Wahlserie beschäftigt sich mit Gesundheit und Pflege. Die Gesundheitsbranche in der Stadt boomt, doch künftig werden mehr Pflegekräfte gebraucht. Und Fachärzte sind ungleich verteilt.

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Pflege tut not. Die Zahl der alten Menschen steigt. Für derzeit 100 000 Pflegebedürftige stehen etwa 96 000 Kräfte zur Verfügung. Doch in Zukunft werden weit mehr gebraucht.
Pflege tut not. Die Zahl der alten Menschen steigt. Für derzeit 100 000 Pflegebedürftige stehen etwa 96 000 Kräfte zur Verfügung....Foto: picture alliance / dpa

Die Gesundheitsbranche in der Stadt wächst. Bald macht sie 15 Prozent der Berliner Wirtschaftsleistung aus, vor allem wegen der 6600 Praxen, 300 Pflegeheime und 70 Kliniken. Rund 1,4 Millionen Kranke werden jedes Jahr in einer Berliner Klinik versorgt, darunter tausende Patienten aus dem Ausland. Etwa 100 000 Berliner sind außerdem auf Pflege angewiesen: Etwa 27 000 leben in einem Heim, noch mal 24 000 bekommen Besuch von ambulanten Diensten – und es werden immer mehr, die im Alter Hilfe brauchen.

Um die Versorgung der Kranken und Alten kümmern sich in Berlin 43 000 Klinikmitarbeiter, mehr als 20 000 Beschäftigte in Praxen, 17 000 Pflegekräfte in Heimen und 16 000 ambulante Helfer.

Die Pflegekräfte werden künftig aber nicht reichen. Der landeseigene Klinikkonzern Vivantes hat deshalb kürzlich den ersten Berliner Pflegekongress veranstaltet, eine Imagekampagne soll junge Frauen und Männer für einen Pflegejob werben. Problematisch ist auch, dass Fachärzte in der Stadt ungleich verteilt sind: Während es in Zehlendorf mehr Praxen gibt, als benötigt werden, fehlen sie etwa in Neukölln. Andere Bundesländer sind in Planbezirke aufgeteilt, für die ein Ausschuss aus Ärzten und Krankenkassen festlegt, ob Praxen gebraucht werden. Berlin dagegen ist formal noch ein einziger Bedarfsbezirk – das Über- oder Unterangebot in den Kiezen ist so schwer zu steuern. Ebenfalls seit 20 Jahren umstritten ist die Finanzierung der verschuldeten landeseigenen Charité.

Mit 13 000 Mitarbeitern die größte Universitätsklinik Europas, erwirtschaftet sie eine Milliarde Euro ihres Jahresumsatzes durch Krankenversorgung. Dazu kommen Drittmittel und jedes Jahr rund 180 Millionen Euro Senatszuschuss. Vergangenes Jahr hatte die Charité noch mehr als 17 Millionen Euro Schulden.

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