SERIE BERLINER Chronik : 1. Juni 1990

Hammer, Zirkel und Ährenkranz verschwinden aus Ämtern und Schulen

JAHRE

EINHEIT

Das Staatswappen der DDR mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz ist auf Beschluss der Volkskammer binnen einer Woche von allen öffentlichen Gebäuden zu entfernen. Wo dies nicht möglich ist, soll es verhängt werden. In einer emotionsgeladenen Debatte fragt Konrad Weiß (Bündnis 90): „Werden wir … das Land der weißen Betttücher sein?“ Die PDS spricht von Demütigung.

Das Vermögen aller Parteien der DDR wird unter treuhänderische Verwaltung einer unabhängigen Kommission gestellt, ebenfalls auf Beschluss der Volkskammer. Innerhalb eines Monats sollen die Vermögen offengelegt und gegebenenfalls eingezogen werden. Zu Zeiten des SED-Regimes unrechtmäßig erworbenes Eigentum soll von der Währungsumstellung ausgenommen sein. In Anspielung auf Hitlers Vorgehen 1933 spricht der PDS-Vorsitzende Gregor Gysi von einem „Ermächtigungsgesetz“ und initiiert eine Protestkundgebung. Der Beschluss diene der „Vernichtung sozialistischer Kräfte“. Gru

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