SERIE BERLINER Chronik : 1. Oktober 1961 Jahre Mauerbau

Der Innensenator stellt klar: Es gibt keine Massenflucht aus West-Berlin

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Innensenator Joachim Lipschitz widerspricht einem Bericht der „New York Herald Tribune“, wonach seit dem 13. August wöchentlich 2000 West-Berliner nach Westdeutschland abwandern. Auch die Ost-Presse berichtet ständig von einer „Massenflucht“. 2000 seien zwar in einer Woche abgewandert, inzwischen sei die Zahl aber auf 1500 bis 1700 pro Woche gesunken, so Lipschitz. Darin enthalten seien Flüchtlinge, die in die Bundesrepublik umgezogen sind. Nur 50 Prozent der Fortziehenden seien Erwerbspersonen. Andererseits würden pro Woche etwa 750 Menschen aus dem Westen zuziehen, fast alle Erwerbspersonen. Dies sei ein Gewinn für West-Berlin mit seinem Problem der Überalterung.

Die Kriegsruine des Gropius-Baus an der Grenze zwischen Kreuzberg und Mitte, aus der Bäume wachsen, soll nach Senatsplänen „bald“ für Museumszwecke wiederaufgebaut werden. Vor dem Eingang in der Niederkirchnerstraße verläuft die Mauer. Das 1877 bis 1881 von Martin Gropius erbaute Haus diente bis 1921 als Kunstgewerbemuseum, anschließend als Museum für Vor- und Frühgeschichte. Es dauerte 20 Jahre, bis der Gropius-Bau 1981 mit der Preußen-Ausstellung wiedereröffnet wurde. Brigitte Grunert

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