SERIE BERLINER Chronik : 10. Mai 1990

In Potsdam verfallen die Schlösser und die Währungsunion schürt Ängste

JAHRE

EINHEIT

Hans-Joachim Giersberg, der Direktor der staatlichen Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci, schlägt Alarm. Bei einer Besichtigungstour zeigt er Journalisten den Verfall der Gemälde und Skulpturen sowie der Gärten und Bauten im Grenzgebiet zu West-Berlin, im Park Babelsberg und im Neuen Garten. Der Zustand der Gemälde sei „alarmierend“ schlecht, unter anderem durch Schimmelbefall. In den Gebäuden gebe es mit Ausnahme der Neuen Kammern keine Heizung, im Winter bildeten sich Eiskristalle. Direktor Giersberg hofft auf West-Sponsoren. Die Eintrittspreise müsse man verdreifachen beziehungsweise vervierfachen. Beim Schloss Sanssouci belaufen sie sich zur Zeit auf 1,05 Mark pro Karte.

Mit Warnstreiks, Demonstrationen und Grenzblockaden an den Kontrollpunkten Marienborn und Wartha bringen DDR-Bürger ihre Angst vor Arbeitslosigkeit und Teuerung durch die bevorstehende Währungsunion zum Ausdruck. Auch im Ost-Teil Berlins wird demonstriert, so in Mitte vor dem Palast der Republik während der Sitzung der Volkskammer. Gru

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