SERIE BERLINER Chronik : 17. Juni 1990

Im Osten wird der Opfer von 1953 gedacht und die Einheit wird erregt debattiert

JAHRE

EINHEIT

Im Ost-Berliner Schauspielhaus findet eine gemeinsame Gedenkstunde der Volkskammer und des Bundestages zum 17. Juni statt. Damit wird erstmals auch im Osten des Volksaufstandes in Ost-Berlin und der DDR vom 17. Juni 1953 und der Opfer gedacht. Volkskammer-Präsidentin Sabine Bergmann-Pohl würdigt die Veranstaltung vor rund 1000 Gästen als historisches Ereignis. Zuvor werden auf dem Friedhof Seestraße in Wedding traditionell Kränze für die Opfer des 17. Juni niedergelegt. Überraschend beantragt die DSU am Nachmittag in der Volkskammer den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik „mit dem heutigen Tage“. Ahnungslos sitzen die mit Ovationen begrüßten Bonner Gäste wie Bundeskanzler Helmut Kohl, SPD-Chef Hans-Jochen Vogel, Petra Kelly und Gerd Bastian von den Grünen auf der Tribüne. Da nicht alle Bedingungen der Einheit geklärt sind, wird der Antrag nach erregter Debatte an mehrere Ausschüsse überwiesen. Anlass der Sondersitzung der Volkskammer am Sonntag war nur der Entwurf für das Treuhandgesetz, wonach volkseigenes Vermögen privatisiert wird.Gru

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