SERIE BERLINER Chronik : 19. August 1990

Stasi-Mordpläne gegen den Flüchtling Werner Weinhold werden bekannt

JAHRE

EINHEIT

Die ehemalige Staatsführung der DDR hat nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ von Mordplänen des Ministeriums für Staatssicherheit gewusst. In einem Fall habe sogar Ministerpräsident Willy Stoph ein geplantes Kapitalverbrechen verhindern wollen. Stoph habe dem Innerdeutschen Ministerium in Bonn durch einen Kurier die Warnung zukommen lassen, die Staatssicherheit plane die Liquidierung des in den Westen geflüchteten DDR-Soldaten Werner Weinhold. Dieser solle bei einem „inszenierten Unfall ums Leben kommen“. Weinhold hatte bei seiner Flucht in die Bundesrepublik 1975 nahe Hildburghausen in Thüringen zwei Grenzsoldaten erschossen. Ein Gericht in Essen sprach ihn 1976 zunächst frei, 1978 wurde er zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Westdeutsche Verfassungsschützer bestätigten laut „Spiegel“, dass ehemalige DDR-Bürger noch bis kurz vor der Wende von der Stasi bedroht worden seien, oft mit dem Hinweis auf mögliche tödliche Verkehrsunfälle. Auch der 1979 in den Westen übergelaufene Stasi-Oberleutnant Werner Stiller habe auf der Todesliste gestanden. Dieser wurde sogar mit einer anderen Identität ausgestattet, da er als besonders gefährdet galt. Gru

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