SERIE BERLINER Chronik : 27. April 1990

Krawall im KaDeWe kurz vorm 1. Mai und ein Brandanschlag auf Möbelhaus

JAHRE

EINHEIT

Zur letzten Sitzung der Ost-Berliner Stadtverordnetenversammlung vor der Kommunalwahl am 6. Mai erscheinen nur noch 154 der 225 Verordneten im Roten Rathaus. Manche haben ihr Mandat seit der Wende niedergelegt, andere kamen einfach nicht mehr. Die neue Stadtverordnetenversammlung wird nur noch 138 Sitze haben, genauso viele wie das West-Berliner Abgeordnetenhaus.

Am Wittenbergplatz brennt das Möbelhaus „Wohnen 2001“ aus. Zu dem nächtlichen Brandanschlag bekennen sich „Revolutionäre Zellen“ in mehreren Schreiben, auch an den Tagesspiegel. Darin heißt es, mit der Einheit würden sich die Lebensverhältnisse besonders in Kreuzberg verschlechtern: „Die hier vorhandene Widerstandskultur soll weg und Platz machen für zahlungskräftige Schichten.“ Dem Möbelhaus wird nachgesagt, eher zahlungskräftige Kunden anzulocken, deshalb soll es als Anschlagsziel ausgewählt worden sein.

Nach einer Schlägerei im KaDeWe – gegenüber vom Möbelhaus „Wohnen 2001“ – werden zwölf Personen festgenommen. Zuvor haben nach Polizeiangaben 40 bis 50 junge Leute, offenbar aus der Kreuzberger „autonomen Szene“, in der Bettenabteilung Kunden und Personal angepöbelt, geraucht und auf den Betten herumgelümmelt. Als sie der Sicherheitsdienst aus dem Haus drängen wollte, kam es zur Schlägerei. Die alarmierte Polizei bekam die Situation wieder unter Kontrolle.Gru

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