SERIE BERLINER Chronik : 28. April 1990

Auf dem Ku’damm streiten sich die West-Berliner über die neue Busspur

JAHRE

EINHEIT

Auch am Brandenburger Tor fällt jetzt Stück für Stück die Mauer. NVA-Soldaten rücken am Nachmittag mit schwerem technischen Gerät an, sie werden von einer West-Firma unterstützt. Zunächst wird der Betonwall durch einen „schlichten Metallgitterzaun“ ersetzt. Bis spätestens zum 19. Mai sollen die Abrissarbeiten und die neue Grenzmarkierung im gesamten Mauerabschnitt Friedrich-/Zimmerstraße und Reichstagsufer abgeschlossen sein.

Die umstrittenen Busspuren auf dem Kurfürstendamm und der Tauentzienstraße zwischen Westfälischer Straße (Wilmersdorf) und Martin-Luther-Straße (Schöneberg) werden in Betrieb genommen. Verkehrssenator Horst Wagner gibt an der Ecke Joachimstaler Straße das Startzeichen unter Buh- und auch Beifallsrufen. Die Alternative Liste und Radfahrer-Initiativen fordern breitere Busspuren und Tempo 30 auf dem Kurfürstendamm. BVG-Direktor Lorenzen findet es hingegen „wenig sinnvoll“, dass auch Radfahrer die Busspuren benutzen dürfen. Die FDP ruft zur Fahrraddemo aus Protest „gegen die unsinnigen und gefährlichen Sonderspuren“ auf. 30 auf Busspuren geparkte Autos werden abgeschleppt.Gru

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