Serie Berliner Chronik : 4. April 1990

Ein breites DDR-Parteienbündnis will den Beitritt zur Bundesrepublik

In Ost-Berlin einigen sich die Allianz-Parteien (CDU, DSU, Demokratischer Aufbruch) sowie SPD und Liberale in ihren Koalitionsverhandlungen auf den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik nach Artikel 23 des Grundgesetzes als schnellem Weg zur deutschen Einheit. Formell wird der Partei- und Fraktionschef der CDU, Lothar de Maizière, erst anderntags in der konstituierenden Sitzung der Volkskammer mit der Regierungsbildung beauftragt. Die neue Parlamentspräsidentin Sabine Bergmann-Pohl (CDU) ist zugleich vorläufiges Staatsoberhaupt bis zur Wahl eines Staatspräsidenten, denn durch Verfassungsänderung ist der Staatsrat der DDR abgeschafft. Aufgehoben wird auch die Präambel der Verfassung, wonach die DDR „ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern“ und dem Aufbau einer „entwickelten sozialistischen Gesellschaft“ verpflichtet war.

In einem Brief an den Regierenden Bürgermeister Walter Momper fordert der Spandauer Bezirksbürgermeister Werner Salomon die Wiedervereinigung Weststaakens (Kreis Nauen) mit Oststaaken, also mit Spandau. 1945 hatte die britische Besatzungsmacht mit der sowjetischen Weststaaken gegen den Flugplatz Gatow getauscht. Weststaaken blieb jedoch unter Spandauer Verwaltung, bis es Anfang Februar 1951 von Volkspolizisten besetzt wurde.

Seit dem 3. Oktober 1990 gehört Weststaaken wieder zu Spandau. Gru

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